KOP

Klärungsorientierte Psychotherapie

Bücher zur Klärungsorientierten Psychotherapie

1. Theoretische Grundlagen und praktische Anwendungen der KOP

In diesem Abschnitt werden Bücher zu theoretischen Grundlagen der KOP sowie zu ihrer praktischen Anwendung vorgestellt.


1.1. Grundlagen Klärungsorientierter Psychotherapie (2016)
Das Buch stellt die psychologischen Grundlagen der KOP dar und führt in die Aspekte Beziehungsgestaltung, Klärung, Bearbeitung, Motivierung von Klienten u.Ä. ein. Es werden die Bedeutung von Verarbeitungsprozessen, von therapeutischen Regeln, der Therapie-Mikro-Perspektive u.a. erläutert. Anwendungsgebiete, Strategien und Interventionen von KOP werden beschrieben. Das Buch stellt die grundlegenden Überlegungen zum Verständnis der KOP dar.

Klärungsorientierte Psychotherapie (KOP) ist eine elaborierte, psychologisch fundierte und empirisch validierte Psychotherapieform, die sich sehr gut auch bei komplexen psychischen Störungen wie Persönlichkeitsstörungen und psychosomatischen Störungen bewährt. Das vorliegende Buch stellt die Rahmenkonzeption von KOP dar: Die grundlegenden Prinzipien, Vorgehensweisen und Strategien, die zum Verständnis des Ansatzes erforderlich sind. Es gibt eine Einführung in die psychologischen Grundlagen der KOP, in die Ziele und das Menschenbild. Es stellt die Grundregeln der KOP dar, nach denen Therapeuten vorgehen, die Strategien der allgemeinen und komplementären Beziehungsgestaltung und der Motivierung von Klienten. Es führt in die Klärungs- und Explizierungsprozesse von Klienten ein sowie in die therapeutischen Strategien, mit deren Hilfe Therapeuten Prozesse von Klienten konstruktiv steuern können. Es stellt weiterhin Methoden der kognitiven und affektiven Umstrukturierung vor. Das Buch stellt Anwendungsgebiete von KOP dar sowie die störungsspezifischen Varianten. Es macht deutlich, was KOP sowohl Therapeuten, als auch Klienten zu bieten hat, und schließlich wird ein Überblick über den Stand der Prozess- und Erfolgsforschung der KOP gegeben und gezeigt, dass KOP ein hochgradig empirisch validiertes Therapieverfahren ist.

1.2. Therapeutische Beziehungsgestaltung (2. Auflage, 2016)
Das Buch stellt die Bedeutung einer therapeutischen Beziehungsgestaltung für die Psychotherapie im Allgemeinen und für die KOP im Besonderen dar. Ausführlich beschrieben werden die Vorgehen der allgemeinen und der komplementären Beziehungsgestaltung. Allgemeine Beziehungsgestaltung bedeutet, dass sich ein Therapeut empathisch, akzeptierend, respektvoll etc. dem Klienten gegenüber verhält. Komplementäre Beziehungsgestaltung bedeutet, dass ein Therapeut erkennt, welches die zentralen Beziehungsmotive eines Klienten sind und versucht diese, im Rahmen der therapeutischen Regeln zu befriedigen.

Eine tragfähige Therapeut-Klient-Beziehung ist für alle Psychotherapeuten, Psychologen, Ärzte, Sozialarbeiter und Sozialpädagogen das zentrale Element einer erfolgreichen Therapie. Diese Arbeitsbeziehung muss stets aktiv hergestellt und gestaltet werden. In diesem Band wird zunächst die Wichtigkeit der therapeutischen Beziehung begründet, und es werden verschiedene Beziehungskonzepte diskutiert. Erörtert werden auch der Sinn und die Ziele der Beziehungsgestaltung und ihre therapeutische Funktion. Das Konzept der motivbezogenen komplementären Beziehungsgestaltung wird ebenfalls eingehend erläutert: Ein Therapeut sollte die zentralen Beziehungsmotive eines Klienten verstehen und sich zu diesen im Rahmen der therapeutischen Regeln komplementär verhalten. Die einzelnen Beziehungsmotive und die Arten von Komplementarität werden im Detail dargestellt. Therapeutische Strategien werden erklärt und an Beispielen und einem Transkript veranschaulicht. Schließlich wird auch auf andere Konzepte der Komplementarität eingegangen, und es werden Zusammenhänge und Unterschiede erläutert.

Rezension aus der Zeitschrift "Systhema: Zeitschrift des Instituts für Familientherapie e.V. Weinheim" (3/06)
Rainer Sachse ist bekannt geworden für seine Arbeiten zu Zielorientierter Gesprächspsychotherapie und - später - zu einer Klärungsorientierten Psychotherapie. In dem nun vorliegenden schmalen, jedoch inhaltsreichen Buch diskutiert er Besonderheiten und Möglichkeiten therapeutischer Beziehungsgestaltung. Er tut dies mit einer klaren Betonung des besonderen Anteils der professionellen HelferInnen an diesem Geschehen, das auch ihm als zentral und während des gesamten Therapieprozesses im Auge zu behalten gilt. Was auf den ersten Blick wie ein allgemeiner therapeutenzentrierter Ansatz wirkt, erweist sich bei genauerem Hinsehen als ein sauber begründeter und konsequent durchgehaltener Ansatz, in dem das Partnerschaftliche in der TherapeutIn-KlientIn-Beziehung unterstrichen wird, jedoch hinsichtlich der spezifischen Verantwortlichkeiten differenziert. Sachse unterscheidet seine Herangehensweise von solchen, die die therapeutische "Allianz" in den Vordergrund rücken. Er entscheidet sich - wie ich das verstehe - deswegen dagegen, weil das Allianzkonzept aus seiner Sicht zu unscharf hinsichtlich der Verantwortlichkeiten argumentiert. Ihn interessiert stattdessen mehr die Frage, was genau TherapeutInnen tun können und sollen, um die Therapiekonstellation so auf die KlientInnen zuzuschneiden, dass diese ihre eigenen Besonderheiten und Expertise zu Gunsten der angestrebten Ziele einsetzen. Aus diesem Blickwinkel entscheidet sich Sachse für den Begriff und das Konzept der therapeutischen Beziehungsgestaltung und reklamiert das Gestalten als Aufgabe der TherapeutInnen. Eine TherapeutIn müsse "durch gezielte Strategien versuchen, eine gute Therapeut-Klient-Beziehung auch trotz dysfunktionaler Interaktionsstile des Klienten zu erreichen. Damit hängt die Qualität der therapeutischen Beziehung entscheidend vom Therapeuten ab" (S.15 f., Herv. i. O.). Das ist sauber begründet und durchdacht. Und man kann dies auch anders gewichten. Dass Sachse sich zu seinem Ausgangspunkt bekennt und andere, etwa systemische Positionen zum Thema nicht berücksichtigt, ändert jedoch nichts daran, anzuerkennen, dass er seinen Ansatz kenntnisreich und plausibel darstellt. Ich verstehe ihn so, dass es ihm nicht um eine Art Definitionshoheit geht, sondern um eine belastbare Weise, für Bedingungen verantwortlichen Handelns zu sorgen. Dies gelingt dem Autor m. E. sehr gut.
Insgesamt scheint mir das Buch in erster Linie als Ausbildungs- und Lehrbuch gedacht zu sein. Es leistet viele (und anregende) Definitions- und Differenzierungsarbeit, etwa zum Umgang mit Solidarität und Loyalität; insbesondere zu den unterschiedlichen Arten des Vertrauens und den unterschiedlichen Aufmerksamkeitsfoki von TherapeutInnen, wenn es darum geht, diesen unterschiedlichen Arten des Vertrauens behilflich zu sein. Aus einem störungsspezifischen Blickwinkel dürfte sicher das Konzept der komplementären Beziehungsgestaltung interessant sein sowie das Durchdeklinieren dieses Konzeptes hinsichtlich der zentralen Beziehungsmotive Anerkennung, Wichtigkeit, Verlässlichkeit, Solidarität, Autonomie und Grenzen. Das Buch bietet auf diese Weise umfangreiches, quasi-curriculares Material zum Thema und erweist sich als ergiebig. Aus systemischer Sicht gibt es sicher Fragen und sicher auch eine Reihe anderer Ideen als die von Sachse vorgestellten. Was Blicke über den Tellerrand und die verwendete Literatur betrifft, liefern Sachses eigene Arbeiten einen deutlichen Schwerpunkt. Der programmatische Reader von Norcross (2002) ist zwar mit einigen Verweisen vertreten, jedoch nicht das Themenheft der "Psychotherapie im Dialog". Keinen Hehl macht Sachse aus seinem deutlichen Bekenntnis zu einem psychosozialen Verständnis menschlicher Probleme und er grenzt sich deutlich ab von einem medizinischen Modell. Insgesamt: lohnende Lektüre, vielleicht gerade wegen der Notwendigkeit, eigene systemische Positionen als Pendant noch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.
Wolfgang Loth (Bergisch Gladbach)

1.3. Klärungsprozesse in der Klärungsorientierten Psychotherapie (2016)
Die Klärung relevanter Schemata und Motive ist ein zentraler Kernaspekt der KOP. Ergebnisse der Prozessforschung zeigen, dass Klienten Schemata und Motive nur sehr schwer klären können und das sie hochgradig konstruktive Unterstützung von Therapeuten benötigen. Das Buch beschreibt Klärungsprozesse (oder sog. „Explizierungsprozesse“) von Klienten und beschreibt therapeutische Strategien und Interventionen auf Seiten der Therapeuten. Das Buch macht auch deutlich, was genau geklärt werden sollte: Welche Arten von Schemata auf welchen Beziehungsmotiven eine Rolle spielen und wie Therapeuten diese identifizieren können. Das Buch enthält damit wertvolle Heuristiken, an denen Therapeuten sich orientieren können.

Das Anregen und Steuern von Klärungsprozessen bei Klienten ist der zentrale Kern der Klärungsorientierten Psychotherapie. Die Klärung von Schemata und Motiven ist für Klienten sehr schwierig: Therapeuten benötigen daher ein hohes Maß an Expertise, insbesondere in Form von Klärungsstrategien. Therapeuten benötigen aber auch Wissen über Klärungsprozesse, Prozessziele und darüber, welche Rahmenbedingungen sie zur Klärung schaffen sollten, damit sie erkennen können, auf welcher Prozessstufe sich ein Klient befindet und was der Klient jeweils an gezielter Unterstützung durch den Therapeuten benötigt. Dieses Buch vermittelt Therapeuten eine solche Expertise: Es legt dar, worauf Therapeuten achten sollen und unter welchen Bedingungen sie die Klienten-Prozesse durch welche Strategien konstruktiv steuern können. Alle angeführten Strategien sind empirisch getestet und haben sich in der praktischen Anwendung der Klärungsorientierten Psychotherapie vielfach bewährt.
Rezension aus der Zeitschrift "Deutsches Ärzteblatt" (Heft 8, August 2016)

1.4. Therapeutische Informationsverarbeitung (2017)
Die Informationsverarbeitung ist im therapeutischen Prozess eine ebenso zentrale wie anspruchsvolle Aufgabe für den Therapeuten, der die vom Klienten produzierten Äußerungen simultan und „in Echtzeit“ verarbeiten muss. Therapeuten müssen dabei eine Vielzahl von Informationen bereithalten: z.B. über manipulative Strategien des Klienten, über aktuelle Krisen sowie über die Therapeut-Klient-Beziehung. Das vorliegende Buch macht auf die komplexen Aspekte aufmerksam, die ein Therapeut im Therapieprozess verarbeiten kann; es definiert, was aus psychologischer Sicht ein Problem ist, welche Komponenten ein Problem enthält und wie Therapeuten Klienten-Modelle bilden, prüfen und elaborieren können. Therapeuten erfahren, wie sie klinische Hypothesen bilden, „in der Schwebe halten“, prüfen und elaborieren können. Nicht zuletzt wird deutlich, welche Quellen von Missverständnissen es geben kann und wie Therapeuten die „verschlüsselten“ Klienten-Aussagen „decodieren“ können.

1.5. Klärungsorientierte Schemabearbeitung (2008)
Hat ein Therapeut relevante Schemata einmal geklärt, muss er diese therapeutisch bearbeiten. Das Buch beschreibt dazu ein besonderes therapeutisches Rahmenkonzept zur Schemabearbeitung: Das Ein-Personen-Rollenspiel (EPR). Es werden kognitive, motivationale und emotionale Techniken beschrieben, die ein Therapeut im Rahmen des EPR verwenden und kombinieren kann. Die therapeutischen Vorgehensweisen werden anhand von kommentierten Transkripten erläutert.

Das Buch beschäftigt sich mit der systematischen therapeutischen Veränderung dysfunktionaler Schemata bei Klienten. Vorgestellt wird das „Ein-Personen-Rollenspiel“ als eine therapeutische Rahmentechnik, mit dessen Hilfe bei Klienten sowohl kognitive als auch affektive Umstrukturierungen geleistet werden können und anhand dessen Klienten in hohem Maße zu einer Schema-Bearbeitung motiviert werden können. Klienten lernen dabei „ihr eigener Therapeut“ zu sein, ihre dysfunktionalen Schemata sehr aktiv zu prüfen, zu bearbeiten und zu verändern und auf diese Weise tiefgreifende und lang anhaltende Veränderungen in ihrem Erleben und Verhalten zu bewirken. Die Konzepte des Buches sind sehr gut wissenschaftlich fundiert, in der Psychologie verankert und hochgradig praxisorientiert: Der Leser wird in die Methode eingeführt, erhält Hinweise zur Durchführung kognitiver, affektiver und motivationaler Techniken sowie Informationen über den Umgang mit schwierigen Situationen und Illustrationen von Therapien anhand von Transkripten. Therapeuten erhalten damit ein sehr breites Interventionsspektrum, mit dessen Hilfe sie Klienten zu einer aktiven Schemabearbeitung anleiten können, werden auf mögliche Fehler und Schwierigkeiten im Prozess vorbereitet und finden viele praktische Hinweise für eine effektive Durchführung der Therapie-Techniken.


2. Bücher zur Klärungsorientierten Paartherapie

Paartherapie ist ein wesentlicher Anwendungsbereich der KOP. Dazu werden hier zwei Bücher vorgestellt.


2.1.Klärungsorientierte Paartherapie (2013)
Die KOP hat spezifische Vorgehensweisen entwickelt, mit deren Hilfe Paarprobleme effektiv bearbeitet werden können. Dabei geht es vor allem darum, Konflikte effektiv zu klären und die Bildung tragfähiger Kompromisse anzuregen. Und es geht darum, im Prozess ein erhöhtes gegenseitiges Verstehen und Verständnis herauszuarbeiten.

Das Buch behandelt die »Klärungsorientierte Paartherapie«: Konzept dieser Therapieform ist die Entwicklung des gegenseitigen Verstehens, des Verstehens von spezifischen »Paarschemata« und von relevanten biografischen Schemata, um so eine tiefere gegenseitige Empathie zu ermöglichen. Auf dieser Grundlage kann das Paar Bedürfnisse und Probleme besser kommunizieren und Kompromisse verhandeln. In der ersten Phase der Therapie geht es darum, aktuelle Konflikte zu klären und durch das Aktivieren von Ressourcen und das Anregen konstruktiven Verhandelns Einigung herbeizuführen, die die Beziehungsqualität aktuell verbessert. Auf der Basis dieser Verbesserung sollen dann systematische Übungen zu gegenseitigem Verstehen angeleitet werden, die die gegenseitige Empathie, das Entgegenkommen, die Bereitschaft zu vergeben und die Fähigkeit, konstruktiv an Kompromissen zu arbeiten, signifikant steigern. Auf besondere Probleme in der Paartherapie wird eingegangen. Das therapeutische Vorgehen wird beispielhaft anhand von Transkripten illustriert. Die Konzepte der Klärungsorientierten Paartherapie ermöglichen, dass Paare sich mit mehr Empathie gegenübertreten, besser auf zentrale Bedürfnisse des jeweils anderen eingehen, Verständnis füreinander entwickeln und wieder in der Lage sind, gemeinsame Vorgehensweisen auszuhandeln.

Rezension in „Psychotherapie im Dialog“ (Ausgabe 4, 2014)
Sachse, Breil und Fasbender, verbunden durch ihre Tätigkeit am Institut für Psychologische Psychotherapie in Bochum, stellen in diesem Buch eine Paartherapie vor, die aus der Klärungsorientierten Psychotherapie (KOP) abgeleitet ist und derzeit empirisch evaluiert wird.
Im Zentrum der KOP-Paartherapie steht die Bearbeitung von Schemata und den daraus resultierenden Affekten. Schemata sind komprimierte Wissensstrukturen, z.B. über sich selbst oder über das Funktionieren von Beziehungen, die sich in der Biografie einer Person bilden. Sobald Schemata aktiviert sind, steuern sie die weitere Interpretation einer Situation, die emotionalen Zustände und die Handlungsregulation eines Menschen. Da diese Verarbeitungsprozesse hoch automatisiert und zunächst nicht kontrollierbar erfolgen, führen dysfunktionale aktivierte Schemata zu voreingenommenen Interpretationen und oft auch unangemessenen Reaktionen.
In der KOP-Paartherapie soll die Partnerschaft dadurch nachhaltig verbessert werden, dass beide Partner ihre relevanten Schemata verstehen und therapeutisch bearbeiten. Die konkrete Umsetzung des Ansatzes erfolgt in 5 aufeinanderfolgenden Phasen: Einzelsitzungen, Erarbeiten einer Problemliste, Bearbeitung aktueller Konflikte, Verstehenstraining und Klären biografischer Schemata. Jede dieser Phasen wird in einem eigenen Kapitel detailliert erläutert.
Darüber hinaus wird über grundlegendes Wissen zu Partnerschaften, Paartherapie und Besonderheiten der KOP-Paartherapie bei homosexuellen Paaren informiert. Eine gelungene, durch viele Fallbeispiele gut nachvollziehbare Darstellung der Klärungsorientierten Paartherapie, die jedem nteressierten klinisch Tätigen zu empfehlen ist.

2.2.Konflikt und Streit - Wie wir konstruktiv mit ihnen umgehen (2017)

Rezension des Springer Verlags (Pressemitteilung) und Klappentext
 Trifft Leserbedarf: Kurz und praxisorientiert geschrieben
 Trifft Entwicklungsfragen: Menschen können Interaktionen, vor allem schwierige, besser verstehen und gestalten
 Trifft Alltagsfragen: Menschen können sich und andere besser verstehen
In diesem Ratgeber macht Rainer Sachse Ihnen – auf Basis der klärungsorientierten Psychotherapie – Mut, bei Konflikt und Streit privat wie beruflich zu gegenseitigem Verstehen und tragfähigen Kompromissen beizutragen. Konflikte spielen im Leben jedes Menschen eine zentrale Rolle: Sie treten auf zwischen Arbeitskollegen, zwischen Mitarbeiter und Chef, zwischen Freunden, in Familien, in Partnerschaften.

Geschrieben für alle, die in Alltag und Beruf Konflikte erleben und sie konstruktiv lösen wollen. Auch für Streitschlichter, Mediatoren, Moderatoren.

Aus dem Inhalt
Was ist ein Konflikt? Wie geht man konstruktiv mit Konflikten um? Wie löst man Konflikte? Wie findet man tragfähige Kompromisse? Was können zwei Interaktionspartner tun, um zu einer guten Konfliktbewältigung zu gelangen? Und wann hilft ein Moderator?

Der Autor
Prof. Dr. Rainer Sachse ist Psychologischer Psychotherapeut, Begründer der „Klärungsorientierten Psychotherapie“ und Leiter des Instituts für Psychologische Psychotherapie (IPP) in Bochum. Er macht komplexe psychologische Sachverhalte allgemein verständlich und stellt sie humorvoll und einfühlsam dar.

Rezension in „Psychotherapie im Dialog“ (Ausgabe 4, 2014)

Rezension aus „Impulse für Gesundheitsförderung“, 103 (3), 2019
Konflikt und Streit

Dieser Ratgeber gliedert sich in zwei Teile und eignet sich gleichermaßen für den privaten wie beruflichen Kontext. Der erste Teil befasst sich mit dem theoretischen Hintergrund sowie der Notwendigkeit von Konflikten zur Beziehungsgestaltung. Zudem werden die Faktoren, die zum Gelingen beziehungsweise zum Scheitern von Konfliktlösungen führen können, behandelt. Darstellungen und Beispiele veranschaulichen diese Erklärungen. Der zweite Teil fokussiert sich auf eskalierte Konflikte, wenn eine selbstständige Klärung nicht mehr möglich ist. Eine kurze Darstellung der Rolle von Konfliktmanager*innen zeigt Handlungsstrategien auf. Abgerundet wird der Ratgeber mit Fallbeispielen, anhand derer das Dargestellte deutlich nachzuvollziehen ist. Fachlich, humorvoll und leicht verständlich geschrieben, richtet er eine konstruktive Sichtweise auf Konflikte. (at)

Rainer Sachse: Konflikt und Streit.
Wie wir konstruktiv mit ihnen umgehen. Springer, Berlin und Heidelberg, 2017, 187 Seiten, ISBN 978-3-662-49863-7, 19,99 Euro


3. Bücher zu spezifischen Fragen der Klärungsorientierten Psychotherapie

In diesem Abschnitt sollen Bücher zu speziellen Aspekten der KOP dargestellt werden: Fragen der Motivierung von Klientinnen und Klienten sowie spezielle Aspekte von Emotionen und Affekten in der Psychotherapie: Was sind Affekte, wie unterscheiden sie sich von Emotionen und wie geht man im Psychotherapieprozess mit ihnen um?


3.1. Klienten motivieren (2. Auflage, 2018)
Das Motivationsniveau, das Klienten im Psychotherapieprozess aufweisen, ist oft nicht hoch genug, um eine konstruktive Mitarbeit des Klienten zu gewährleisten. Eine Motivierung von Klienten erweist sich jedoch oft recht schwierig. Das Buch beschreibt Strategien, mit deren Hilfe Therapeuten die Änderungsmotivation von Klienten und deren Motivation zu einer konstruktiven Mitarbeit erhöhen können. Dabei geht das Buch weit über Techniken eines „motivational interviewing“ hinaus.

Wer schon länger als Therapeut praktiziert, weiß: Bei jedem Klienten, in jeder Therapie stehen sich der Wunsch nach Veränderung und die Tendenz alte Gewohnheiten beizubehalten gegenüber. Das führt in vielen Fällen zum Stillstand, zu Motivationsproblemen und fehlender Handlungsbereitschaft. Hier setzen die Autoren an: Aus ihrer Analyse der Motivationsproblematik in der Psychotherapie leiten sie innovative und wirksame Strategien ab zur Steigerung der Motivation. Ausführlich stellen sie zwei Motivierungstechniken vor, das Ein-Personen-Rollenspiel und die Pro- und Kontra-Diskussion, die Klienten zu Entscheidungen führen und »energetisieren«. Beide leiten den Klienten dazu an, die eigenen Zweifel und Widerstände gegen die guten Gründe für eine Veränderung abzuwägen, eine Entscheidung zu treffen und umzusetzen. Kommentierte Transkripte von zwei Therapiesitzungen vermitteln das therapeutische Vorgehen konkret und ermutigen zur Anwendung. Empfehlenswert für Psychotherapeuten und -therapeutinnen sowie für Mitarbeitende in der psychosozialen Beratung und Betreuung.

Rezension von socialnet (2012)
Rezensent
Patrick Zobrist
M.A./Sozialarbeiter, Dozent/Projektleiter, Hochschule Luzern – Soziale Arbeit, Luzern (Schweiz)
Thema
„Vom Willen zur Tat! Änderungsbereitschaft und Stabilisierungstendenzen stehen sich in jeder Therapie gegenüber. Aufgabe von Therapeuten ist es, Motivationsprobleme zu identifizieren und den Willen zur Veränderung zu fördern. (…) Die Entschlossenheit, Entscheidungen auch umzusetzen nimmt zu, wenn die zentralen Ziele des Klienten angesprochen und die «Kosten» und «Gewinne» einer Veränderung genau analysiert werden. Zur «Energetisierung» von Klienten eignen sich insbesondere zwei Motivierungstechniken (…): das Ein-Personen-Rollenspiel sowie die Pro-Kontra-Diskussion.“ (Auszug aus dem Klappentext)
Autoren
Der Erstautor, Rainer Sachse, ist Psychologe, Psychotherapeut und Professor für Psychotherapie. Er leitet das Institut für Psychologische Psychotherapie in Bochum. Der Zweitautor, Thomas Langens, ist Motivationspsychologe und als Privatdozent an der Bergischen Universität Wuppertal tätig. Die dritte Autorin, Meike Sachse, ist Psychologin und arbeitet am Institut für Psychologische Psychotherapie in Bochum.
Entstehungshintergrund
Die Autoren gehen davon aus, dass sich in Veränderungsprozessen im Rahmen von Psychotherapie oder Beratung die Änderungstendenz und die Stabilisierungstendenz eines Klienten ambivalent gegenüberstehen. Die Motivation und Motivierungsarbeit für Therapeuten und Berater hat demnach eine wichtige Bedeutung. Das Buch reiht sich konzeptionell in die psychotherapeutischen Lehrschriften von Rainer Sachse ein, der mit seiner „Klärungsorientierten Psychotherapie“ einen spezifischen Ansatz entwickelt hat.
Aufbau und Inhalt
Das Buch gliedert sich in drei Teile.
Im ersten Teil, „Motivationsprobleme in der Therapie“ werden die motivationspsychologischen Grundlagen, das „Rubikon-Modell“, therapeutische Strategien zum „Abbau von Motivationsblockaden“, zur „Steigerung der Motivation“ und zur „Überwindung von Umsetzungsproblemen“ dargestellt.
Im zweiten Teil, „Therapeutische Strategien zur Steigerung der Änderungsmotivation“ werden „grundsätzliche Strategien der Valenz-Steigerung“ und „Gesprächsmethoden“ präsentiert.
Der dritte Teil konzentriert sich auf „spezifische Motivierungstechniken“, das „Ein-Personen-Rollenspiel“ sowie die „Pro-Kontra-Diskussion“ und schliesst mit Gedanken zu den „Grenzen der Motivierung“ ab.
Erster Teil: Motivationsprobleme in der Therapie (S.12-81).
Die Autoren führen zunächst in die motivationspsychologischen Grundlagen ein, nehmen Bezug auf Erwartungs-/ mal-Wert-Theorien, Motivtheorien und die lernpsychologischen Aspekte der Motivation. Zudem stellen sie klar, dass Klienten keinesfalls nur dann eine Psychotherapie aufsuchen, wenn sie sich verändern wollen (und somit grundsätzlich von veränderungsbereiten Klienten ausgegangen werden darf), sondern dass auch externe Faktoren wie Druck von Partnern, Vorgesetzten oder der Rentenversicherung sowie unrealistische Vorstellungen der vollständigen „Heilung“ psychischer Schwierigkeiten durch einen aussenstehenden Experten oder der Wunsch nach Stabilisierung eines Systems, die Klienten in eine Psychotherapie führen. Sachse et al. unterscheiden demnach die Motivation zur Aufnahme der Therapie von der Motivation zu Änderung. Als theoretisches Orientierungsmodell verwenden Sachse et al. das auf Heckhausen zurückgehende Rubikon-Modell und zeigen daran motivationale Faktoren wie Entscheidung, Willen, Zielkonflikte und dysfunktionale Kognitionen auf, die sie als „Motivationsblockaden“ bezeichnen. Anschliessend schlagen sie therapeutische Strategien vor, wie diese „Blockaden“ in der Interaktion bearbeitet und gelöst werden können. Ausgehend von ziel- und entscheidungspsychologischen Grundlagen und der Selbstwirksamkeitstheorie erläutern die Autoren in den darauf folgenden Kapiteln, wie Motivation generell erhöht werden kann.
Zweiter Teil: Therapeutische Strategien zur Steigerung der Änderungsmotivation (S. 82-107).
Sachse et al. vertiefen an dieser Stelle zunächst die Bearbeitung der „Kosten“ und des „Nutzens“ der Probleme resp. ihrer Veränderung und fokussieren anschliessend auf basale Gesprächsmethoden, die sich auf den Ansatz der „motivierenden Gesprächsführung“ nach Miller/Rollnick beziehen, jedoch – so die Autoren – eher in der Klärungsorientierten Psychotherapie (Sachse) anstelle der Gesprächspsychotherapie verankert seien. Sachse et al. plädieren dafür, ihre „Interventionen zur Motivationssteigerung immer in eine allgemeine Beziehungsgestaltung“ einzubetten (S. 96) und verweisen dabei auf den Ansatz der komplementären Beziehungsgestaltung qua Sachse und der Vorstellung, dass in der therapeutischen Beziehung zunächst ein „Beziehungskredit“ geäufnet werden muss, bevor Veränderungsprozesse im beraterischen/therapeutischen Rahmen möglich werden. Als grundsätzliche Gesprächsführungsstrategien zur Motivationsförderung schlagen die Autoren (erneut) vor, die Kosten bewusst zu machen und die Gewinne der Veränderung herauszuarbeiten.
Dritter Teil: Spezifische Motivierungstechniken (S. 108-162).
In diesem Teil stellen die Autoren zwei Techniken vor, die sich in den klärungsorientierten therapeutischen Ansatz von Sachse einfügen: Das Ein-Personen-Rollenspiel und die Pro-Kontra-Diskussion. Beide Techniken zielen darauf ab, dysfunktionale Einstellungen in Situationen von Widerstand gegen die Therapie oder gegen Veränderungen zu klären resp. umzustrukturieren. Beide Techniken sollen die Klienten unterstützen, andere Perspektiven einzunehmen und sich selber zu hinterfragen. Der letzte Teil des Buches schliesst mit Überlegungen zur Grenzen der Motivierbarkeit, die beispielsweise dann vorliegen kann, wenn der Gewinn aus dem dysfunktionalen Verhalten (GdV) zusammen mit den Kosten der Veränderung (KV) grösser ist, als der Gewinn der Veränderung (GV) und die Kosten des gegenwärtigen Zustands (KGZ), was die Autoren mit der Formel (GdV + KV) > (GV + KGV) ausdrücken.
Diskussion
Das Buch überzeugt vor allem im ersten Teil, der es schafft, die wesentlichen therapie- und beratungsrelevanten Erkenntnisse aus der Motivationspsychologie in verständlicher Weise aufzubereiten und daraus Ansätze für Interventionen zur Motivationsförderung abzuleiten. Sachse et al. leisten hierzu einen dringend notwendigen theoretischen Beitrag, den andere Ansätze im Bereich der Motivationsförderung (z.B. Motivierende Gesprächsführung/MI) geradezu sträflich außer Acht lassen. Außerdem räumt das Buch mit den in einigen Psychotherapieansätzen und in der Praxis noch verbreiteten undifferenzierten Vorstellungen über Therapiemotivation auf, wie beispielsweise dem Verweis auf zu wenig „Leidensdruck“. Sachse et al. zeigen zudem auf, welche Relevanz die Einstellungen eines Klienten auf seine Änderungsbereitschaft haben und bieten – basierend auf verhaltenstherapeutischen Vorstellungen – Interventionsansätze, die „Kosten“ und den „Gewinn“ von problematischen Verhaltensweisen und Veränderungen in der therapeutischen/ beraterischen Interaktion zu klären. Die Autoren machen implizit deutlich, dass die Förderung der Änderungsmotivation ausreichend Therapie- und Beratungszeit notwendig macht. In den Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit ist diese Zeit oft nur beschränkt vorhanden. Die Erläuterungen zu den Techniken des Ein-Personen-Rollenspiels und der Pro-Kontra-Diskussion mit den beispielhaften Sitzungsprotokollen sind sehr anschaulich. Die präsentierten Strategien zur Motivationsförderung passen gut in individuumszentrierte Therapie- und Beratungsansätze. Der Praktiker aus der Sozialen Arbeit wird kontext-, umfeld- und ressourcenbezogene Strategien zur Motivationsförderung etwas vermissen. Außerdem sorgt die Struktur des Buches mit den verschiedenen Vertiefungsstufen für unnötige Wiederholungen. Zum Kapitel „Grenzen der Motivierung“ wäre einerseits anzufügen, dass die von den Autoren skizzierten beispielhaften Kliententypen für die Grenzen der Motivierung häufig zur Zielgruppe der Sozialen Arbeit gehören und anderseits die von Sachse et al. vorgeschlagenen Strategien seitens der Klienten ausgeprägte Introspektionsfähigkeiten und kognitive Ressourcen erfordern. Es ist zu vermuten, dass viele Klienten der Sozialen Arbeit gerade diese Voraussetzungen nicht mitbringen.
Fazit
Das Buch eignet sich hervorragend für Studierende und Praktiker der Sozialen Arbeit, um sich in die theoretischen Grundlagen der Motivationspsychologie einzuarbeiten und daraus generelle Strategien für die Motivationsförderung in der sozialarbeiterischen/ sozialpädagogischen Beratung abzuleiten, wenn auch einige Vorgehensweisen für die spezifischen Bedürfnisse der Sozialen Arbeit modifiziert und erweitert werden müssen.

3.2. Emotionen und Affekte in der Psychotherapie (2014)
Emotionen und Affekte müssen unterschieden werden: Emotionen sind hochgradig kognitiv vermittelte Adaptationsprozesse an Umwelterfordernisse, während Affekte Prozesse sind, mit deren Hilfe Menschen die Befriedigung relevanter Motive erreichen können. Beide Prozesse spielen in der Psychotherapie eine große, aber stark unterschiedliche Rolle. Das Buch beschreibt, wie Therapeuten Emotionen und Affekte im Therapieprozess konstruktiv nutzen können.

Ängste, Trauer, chronischer Ärger bei fast allen psychotherapeutischen Prozessen spielen Emotionen eine zentrale Rolle. Klienten formulieren häufig selbst den Wunsch, die eigenen Gefühle besser verstehen und regulieren zu können. Für Therapeuten ist daher das Wissen, wie solche Emotionen psychologisch funktionieren und wie sie effektiv therapeutisch bearbeitet werden können, unentbehrlich. In diesem Buch wird erstmals zusammengetragen, was die Emotionspsychologie zum Verständnis klinisch relevanter emotionaler Reaktionen beitragen und wie dieses Wissen durch Erfahrungen aus der psychotherapeutischen Praxis ergänzt werden kann. Auch das verwandte Phänomen der felt senses körperliche Reaktionen, die in bestimmten Situationen mehr oder weniger klare Hinweise auf die Motive, Annahmen und Bedürfnisse des Klienten geben können wird mit einer psychologischen Theorie unterfüttert und in den Therapieprozess integriert. Es wird der allgemeine therapeutische Umgang mit Emotionen und auch der Umgang mit spezifischen Emotionen sowie das Erzeugen von Gegenemotionen erörtert. Weiterhin werden Focusing und imaginative Techniken behandelt sowie das Konzept der Achtsamkeit vorgestellt. Dieser Band gibt Psychotherapeuten das Wissen an die Hand, wie Emotionen psychologisch funktionieren und wie sie effektiv therapeutisch bearbeitet werden können.

Rezension von Katja Maria Weinl (www.Media-Mania.de)
Meist sind es unangenehme Emotionen, die Menschen dazu veranlassen, eine Psychotherapie zu machen: Ängste und Sorgen, Ärger, Scham ... Oft geht es für Patienten darum, zu verstehen, was bestimmte Emotionen bedeuten, wie sie entstehen und vor allem, wie sie reguliert werden können. Immer mehr setzt sich in der Kognitiven Verhaltenstherapie die Ansicht durch, dass die rein kognitive Bearbeitung dysfunktionaler Annahmen, nicht immer zu den gewünschten Veränderungsprozesse führt. Dann weiß der Patient beispielsweise zwar, dass er nicht dumm, hässlich oder verantwortlich ist, aber er fühlt sich (noch) so, als ob er es wäre. Den oft zentralen Inhalten im therapeutischen Prozess, den Emotionen, ist das vorliegende Buch "Emotionen und Affekte in der Psychotherapie" von Rainer Sachse und Thomas A. Langens gewidmet.
Es vereint theoretische Erkenntnisse der Emotionsforschung und praktisch erworbenes (therapeutisches) Wissen zu Emotionen. Das Buch ist in drei Teile gegliedert: Im ersten Teil werden zunächst die theoretischen Grundlagen vermittelt und die für das Buch bedeutsamen Unterschiede zwischen Emotionen und Affekten erklärt. Im zweiten Teil wird sodann auf die therapeutische Bearbeitung von Emotionen eingegangen. Hier geht es um den Umgang mit Emotionen und darum, wie Emotionen im therapeutischen Prozess geklärt, bearbeitet und reguliert werden können und auf welche Art und Weise zur Regulation notwendige Kompetenzen erworben werden können. Der dritte Teil befasst sich schließlich mit der therapeutischen Bearbeitung von Affekten. Hier wird das Konzept der Achtsamkeit vorgestellt, ebenso wie die Methode des Focusing. Außerdem werden Strategien zur Erzeugung von Gegenaffekten und der therapeutische Umgang mit Träumen vermittelt.
Im Rahmen der dritten Welle der Verhaltenstherapie haben sich auch die Emotionen als zentraler Faktor im therapeutischen Prozess etabliert. Verschiedene Therapierichtungen erkennen deren bedeutenden Stellenwert an und geben ihnen einen zentralen Platz in der therapeutischen Arbeit. Es wird im Buch sowohl auf theoretische Grundlagen der Emotionstheorien als auch auf Konzepte und Begriffe in der Praxis eingegangen. Dabei wird wenig an bereits etablierte Therapieschulen angeknüpft, die Emotionen und Affekte als zentral im therapeutischen Prozess betrachten. Hinweise, Kommentare oder Querverweise mit Bezug zur Schema- oder emotionsfokussierten Therapie wären jedoch durchaus angebracht und wünschenswert gewesen. Auch die Notwendigkeit der Unterscheidung von Emotionen und Affekten mag nicht jedem unmittelbar einsichtig sein, doch letztlich ist das Buch für angehende oder praktizierende Therapeuten mit nur wenig Erfahrung oder Wissen im therapeutischen Bearbeiten von Emotionen eine gute Inspirationsquelle. Es bietet einen strukturierten und durchaus unterhaltsamen Überblick über das weite und wichtige Feld der Emotionen und hilft sich einen Überblick über die therapeutische Bearbeitung von Emotionen und Affekten zu verschaffen. Dabei schärft es auch den Blick von Therapeuten auf Emotionen und Affekte im therapeutischen Prozess und gibt zugleich Methoden an die Hand, diese auch zu bearbeiten. Der Leser sollte allerdings kein Manual erwarten.
Fazit: Bietet einen guten Überblick über und einen guten ersten Einstieg in die Bearbeitung von Emotionen im therapeutischen Setting.

Rezension bei www.kulturonline.ch
Die Autoren Rainer Sachse und Thomas A. Langens tragen viel zum Verständnis bei.
Ängste, Trauer, chronischer Ärger bei fast allen psychotherapeutischen Prozessen spielen Emotionen eine zentrale Rolle. Klienten formulieren häufig selbst den Wunsch, die eigenen Gefühle besser verstehen und regulieren zu können.
Für Therapeuten ist daher das Wissen, wie solche Emotionen psychologisch funktionieren und wie sie effektiv therapeutisch bearbeitet werden können, unentbehrlich. In diesem Buch wird erstmals zusammengetragen, was die Emotionspsychologie zum Verständnis klinisch relevanter emotionaler Reaktionen beitragen und wie dieses Wissen durch Erfahrungen aus der psychotherapeutischen Praxis ergänzt werden kann.
Auch das verwandte Phänomen ...
... der felt senses körperliche Reaktionen, die in bestimmten Situationen mehr oder weniger klare Hinweise auf die Motive, Annahmen und Bedürfnisse des Klienten geben können wird mit einer psychologischen Theorie unterfüttert und in den Therapieprozess integriert. Es wird der allgemeine therapeutische Umgang mit Emotionen und auch der Umgang mit spezifischen Emotionen sowie das Erzeugen von Gegenemotionen erörtert. Weiterhin werden Focusing und imaginative Techniken behandelt sowie das Konzept der Achtsamkeit vorgestellt.


4. Reader zur Klärungsorientierten Psychotherapie

Es werden hier Reader zur KOP dargestellt, die auf viele unterschiedliche theoretische und praktische Aspekte der KOP eingehen.


4.1. Grundlagen und Konzepte Klärungsorientierter Psychotherapie (2009)
Der Reader geht auf aktuelle Aspekte und Entwicklungen in der KOP ein: Er behandelt z.B. Fragen wie: Was soll in Klärungsprozessen geklärt werden? Wie kann man Beziehungsmotive psychologisch konzipieren? Welche Beziehungen hat KOP zur Motivationstheorie und Bindungstheorie? Sollten Psychotherapeuten Experten sein?

Klärungsorientierte Psychotherapie (KOP) hat sich aus der Zielorientierten Gesprächspsychotherapie, der processoriented psychotherapy und Kognitiver Therapie entwickelt. Sie ist als sehr gut psychologisch und empirisch fundiertes schematherapeutisches System der dritten Welle der Verhaltenstherapie zuzuordnen. Die KOP hat sich in den letzten zehn Jahren konzeptuell stark weiterentwickelt und umfasst heute psychotherapeutische Techniken der Beziehungsgestaltung, der Klärung, der Bearbeitung von Schemata sowie störungsspezifische Konzepte, insbesondere für Klienten mit Psychosomatischen Störungen und Persönlichkeitsstörungen. Dieses Buch stellt die neuesten Entwicklungen der theoretischen Konzepte, therapeutischen Strategien und Anwendungen zusammen. Es stellt therapeutische Heuristiken dar und diskutiert Gemeinsamkeiten mit und Unterschiede zu anderen Therapieformen sowie motivationstheoretische Grundlagen und Fragen der therapeutischen Expertise. Das Buch verdeutlicht, dass KOP ein therapeutischer Ansatz von sehr hohem klinischen Potential ist, der eine hohe Kompatibilität mit anderen verhaltenstherapeutischen und kognitiven Strategien aufweist. Das Buch dokumentiert die gute psychologische Fundierung und starke Anwendungsorientierung der Klärungsorientierte Psychotherapie und verdeutlicht das hohe klinische Potenzial dieses neuen verhaltenstherapeutischen Verfahrens.

4.2. Perspektiven Klärungsorientierter Psychotherapie (2006)
Klärungsorientierte Psychotherapie ist eine psychologische fundierte, empirisch gut abgesicherte Therapieform, die Konzepte der therapeutischen Beziehungsgestaltung, der Klärung und Repräsentation problemrelevanter Schemata, der Bearbeitung von Vermeidung, der Bearbeitung von dysfunktionalen Beziehungsmustern und der Umstrukturierung kognitiver und affektiver Schemata umfasst. Das Buch gibt einen Überblick über theoretische Grundlagen, Interventionskonzepte, wichtige Implikationen der Therapieform, empirische Ergebnisse sowie Schlussfolgerungen, die bisherige Konzepte psychotherapeutischen Vorgehens in Frage stellen.

4.3. Perspektiven Klärungsorientierter Psychotherapie II (2011)
Der Reader geht auf neue Entwicklungen in der KOP ein.
Es werden Themen behandelt wie Anwendungsbereiche von KOP, Diagnostik in der KOP, Indikation zur KOP, Focusing, Vermeidung, Selbsterfahrung in der KOP, Trauma, Alkoholabhängigkeit und Training.

Klärungsorientierte Psychotherapie (KOP) ist eine Weiterentwicklung der Verhaltenstherapie, bei der es zentral um die Klärung und Bearbeitung problemdeterminierender Schemata geht. In diesem Buch werden neueste Entwicklungen der Therapiekonzeption sowie der Anwendung von KOP dargestellt, es werden spezielle Strategien, wie der Umgang mit Vermeidung sowie „Focusing“ als Technik zur Bearbeitung affektiver Schemata erörtert. Des Weiteren werden spezielle Anwendungsgebiete von KOP, wie zum Beispiel die Therapie alkoholabhängiger und traumatisierter Klienten, entwickelt.
Das Buch macht deutlich, dass KOP eine hoch elaborierte, stark praxisorientierte und empirisch gut fundierte Therapieform ist, die Therapeuten eine hohe Expertise zur Verfügung stellt.

4.4. Klärungsorientierte Psychotherapie in der Praxis (2015)
Der Reader geht vor allem auf Praxisaspekte der KOP ein.
Es werden Themen behandelt wie KOP bei Depression, Motivierung von Klienten etc.
Vor allem enthält der Band KOP-Demonstrationen anhand von kommentierten Transkripten, z.B. zu Depression, Narzissmus, psychosomatischer Verarbeitungsstruktur etc.


Klärungsorientierte Psychotherapie (KOP) ist eine etablierte Therapieform, die sich mit verschiedensten Aufgabengebieten befasst: In diesem Buch werden Aspekte der Motivierung von Klienten, von Strategien des Ein-Personen-Rollenspiels, zum Umgang mit Trauma und Depression und der Diagnostik von Persönlichkeitsstörungen behandelt; insbesondere wird aber auf die praktische Umsetzung von KOP eingegangen: An kommentierten Transkripten wollen wir zeigen, was KOP in der Praxis bedeutet, aber auch, wie man nicht vorgehen sollte.

4.5. Klärungsorientierte Psychotherapie in der Praxis II (2016)
Klärungsorientierte Psychotherapie (KOP) ist eine sehr effektive Therapieform, die Therapeuten sehr flexibel und hochgradig störungsspezifische Handlungsmöglichkeiten eröffnet. In diesem Band werden einige konzeptuelle Weiterentwicklungen von KOP dargestellt: KOP bei Borderlinestörungen, bei Klienten mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung, bei Traumafolgestörungen, in der Paartherapie u.a.

Außerdem wird das KOP-Vorgehen mit anderen Therapieformen verglichen und es werden konkrete Beispiele für ein konstruktives Vorgehen innerhalb der KOP gegeben, so dass Therapeuten sich einen Eindruck darüber verschaffen können, wie man bei Klienten mit verschiedenen Störungen im Einzelnen vorgehen kann.


5. Forschung in der Klärungsorientierten Psychotherapie

In der Klärungsorientierten Psychotherapie (KOP) wurde in hohem Ausmaß empirische Forschung betrieben und zwar in den Feldern
 Prozessforschung: Eine Reihe von Untersuchungen erforscht Therapeut-Klient-Interaktionen, Steuerungswirkungen therapeutischer Interventionen, Klärungsprozesse von Klienten etc.
 Erfolgsforschung: Forschungsarbeiten befassen sich mit den Effekten der KOP, vor allem bei Klienten mit Persönlichkeitsstörungen, aber auch bei Klienten mit psychosomatischen Störungen und bei Depressionen.
 Therapie-Dokumentation: Es wurden Rating-Skalen zur Therapie-Dokumentation entwickelt und zwar sowohl für Prozesse des Klienten, als auch für Vorgehensweisen des Therapeuten. Darüber hinaus wurden Therapeuten- und Klienten-Stunden-Nachbefragungsbögen entwickelt.
 Persönlichkeitsstörungs-Rating-System: Es wurde ein Rating-System entwickelt, mit dessen Hilfe Therapeuten Persönlichkeitsstörungen von Klienten im Therapieprozess diagnostizieren können.
 Fragebogen zur Pawn-Struktur: Es wurde ein Fragebogen zur „Pawn-Struktur“ oder zur „psychosomatischen Verarbeitungsstruktur“ entwickelt.

Einige der in Büchern publizierten Forschungsarbeiten sollen im Anschluss vorgestellt werden.


5.1. Arbeiten zur Prozessforschung (1992)

5.1.1. Grundlegende empirische Arbeiten
Das Buch „Zielorientierte Gesprächspsychotherapie“ enthält einige grundlegende Forschungsarbeiten zur Prozessforschung: Zur Wirkung therapeutischer Interventionen auf den Klärungsprozess von Klienten, zum Verlauf und zur Schwierigkeit von Klärungsprozessen auf Klientenseite, zur Bedeutung sprachlicher Gestaltung von Interventionen, zur Relevanz zentraler Verstehensprozesse bei Therapeuten für die Steuerungswirkung von Interventionen u.a.

In diesem Buch wird eine grundlegende Neukonzeption der klientenzentrierten Psychotherapie vorgestellt. Bisherige Theorie- und Praxiskonzepte dieser Therapieform werden diskutiert und auf ihre psychologische Fundierung und praktische Relevanz hin untersucht; die zentralen Ziele der Therapie werden herausgearbeitet. Aus diesen sowie aus allgemein- und sozialpsychologischen Theorien und Ergebnissen wird eine neue Therapietheorie entwickelt, aus der stark erweiterte und differenzierte Handlungsmöglichkeiten abgeleitet werden. Insbesondere der Aspekt der gezielten Förderung von Klientenprozessen durch den Therapeuten mit Hilfe von sogenannten Bearbeitungsangeboten wird betont. Konsequenzen der Befunde für die Therapiekonzeption und insbesondere für die therapeutische Praxis werden diskutiert und dargestellt. Damit werden Lesern grundlegend neue Interventionsstrategien und differenzielle Vorgehensweisen aufgezeigt, die weit über bisherige Ansätze hinausgehen.

5.1.2. Klärungsprozesse in der Psychotherapie (2003)
Das Buch behandelt Forschungsergebnisse zur Prozessforschung in der KOP: Insbesondere zu den steuernden Wirkungen therapeutischer Interventionen auf die Klärungsprozesse von Klienten.

Therapeutische Prozesse der Klärung oder Explizierung von Klienten-Schemata spielen in verschiedenen Therapieformen eine zentrale Rolle. Dieses Buch analysiert, wie derartige Klärungsprozesse genau ablaufen: wie Therapeuten solche Prozesse bei Klienten optimal fördern können, aber auch, welche therapeutischen Strategien sich ungünstig auswirken und daher von Therapeuten vermieden werden sollten. Analysiert wird außerdem, wie Klienten mit unterschiedlichen Problemen und damit unterschiedlichen Eingangsvoraussetzungen auf klärungsfördernde Interventionen von Therapeuten reagieren und wie Therapeuten sich speziell auf diese Klienten einstellen können. Darüber hinaus wird gezeigt, dass Klärungsprozesse in unterschiedlichen Therapieformen bei der Erreichung therapeutischer Effekte eine unterschiedlich große Rolle spielen. Aus den empirischen Ergebnissen werden Konsequenzen für die praktischtherapeutische Arbeit abgeleitet, insbesondere im Hinblick darauf, wie Therapeuten Klärungsprozesse bei Klienten optimal fördern können. Das Buch analysiert, wie therapeutische Prozesse der Klärung oder Explizierung von Klienten-Schemata genau ablaufen, wie diese optimal gefördert werden können und welche therapeutischen Strategien sich ungünstig auswirken und daher vermieden werden sollten.

5.1.3. Klärungsorientierte Psychotherapie systematisch dokumentieren (2015)
Das Buch stellt die Skalen zur Erfassung von Inhalt, Bearbeitung und Beziehung im Therapieprozess (BIBS) dar: Mit Hilfe dieser Skalen kann die Qualität der therapeutischen Interventionen eingeschätzt werden und damit, in welchem Ausmaß Therapeuten die Prinzipien der KOP realisieren.
Es kann aber auch eingeschätzt werden, wie konstruktiv Klienten im Prozess arbeiten.
Durch die Skalen kann das Ergebnis der Psychotherapie gut prognostiziert werden.

Das Buch stellt die BIBS dar, die Skalen zur Erfassung von Bearbeitung, Inhalt und Beziehung im Therapieprozess. Mit diesem Rating-System können relevante Klientenprozesse und therapeutische Handlungen im Therapieprozess eingeschätzt werden. Das System ermöglicht Therapeuten und Supervisoren in der Klärungsorientierten Psychotherapie, schon früh in der Therapie die Qualität der Therapieprozesse einzuschätzen. Konsequent kann so das therapeutische Handeln korrigiert und verbessert werden, Klientenprozesse können konstruktiver gesteuert werden. Therapeuten können zudem mit Hilfe des Systems ihre Wahrnehmung relevanter Prozessaspekte schulen und so ein tieferes Verständnis von Psychotherapie erarbeiten.Im vorliegenden Manual wird die Entwicklung des Rating-Systems, sein konzeptueller Hintergrund sowie das System selbst beschrieben; es werden Studien zur Reliabilität und Validität vorgestellt und anhand des Anleitungskapitels können die Leser die Skalen konkret im Rahmen der von ihnen durchgeführten Therapien anwenden. Das Vorgehen beim Rating wird schließlich exemplarisch auf Fallmaterial angewandt: auf der beiliegenden CD-ROM finden sich mp3-Dateien mit verschiedenen Gesprächs-Mitschnitten. An diesen Beispielen kann der Leser die Anwendung der Skalen konkret üben und seine eigenen Ratings mit den Ratings der Autoren vergleichen.

5.1.4. Forschung in der Klärungsorientierten Psychotherapie (2016)
Das Buch stellt die ersten Ergebnisse zur Erfolgsforschung von KOP bei Persönlichkeitsstörungen dar: Es zeigt sich, dass KOP bei Persönlichkeitsstörungen und bei Klienten mit psychosomatischer Verarbeitungsstruktur sehr gute und sehr konstruktive Veränderungen erzeugt und hohe Effektstärken aufweist.

Das Buch stellt den aktuellen Stand der Forschung in der Klärungsorientierten Psychotherapie (KOP) dar: Behandelt werden aktuelle Ergebnisse der Prozessforschung, der Forschung mit neuen Erfassungsinstrumenten für wesentliches Klienten- und Therapeutenverhalten, die Entwicklung eines Rating-Systems zur Diagnose von Persönlichkeitsstrukturen und Studien zur Effektivität von KOP bei Persönlichkeitsstörungen.

5.1.5. Forschung in der Klärungsorientierten Psychotherapie II (2018)
Das Buch stellt den aktuellen empirischen Forschungsstand in der Klärungsorientierten Psychotherapie (KOP) dar. Die KOP ist empirisch gut fundiert und zeigt hohe Effektstärken bei bisher als schwer therapierbar geltenden Klienten.
Zunächst werden therapeutische Ergebnisse der KOP bei Persönlichkeitsstörungen und bei Depressionen analysiert. Eine weitere Studie untersucht die Validität eines Rating-Systems zur Erfassung der "Psychosomatischen Verarbeitungsstruktur" und zeigt, dass dieses Verfahren in der Lage ist, typische Verarbeitungsprozesse psychosomatischer Patienten valide einzuschätzen. Einige Untersuchungen klären, welche Erhebungsinstrumente sich am besten für die Beurteilung von Therapieergebnissen eignen.
Einige Arbeiten verfolgen die im Therapieprozess ablaufenden Klientenprozesse und die Interaktionen zwischen Klient und Therapeut: Es konnte belegt werden, dass die relevanten, in der KOP postulierten Prozesse sich auch empirisch nachweisen lassen.

5.2. Arbeiten zur Effektforschung

Hier sollen Arbeiten zur Erforschung der Effektivität von KOP dargestellt werden.
Viele Arbeiten zu diesen Themen sind schon in den Readern veröffentlicht.

5.2.1. Effekte Klärungsorientierter Psychotherapie bei Persönlichkeitsstörungen (2019)
M. Sachse, G. Müller, E. Diermann, R. Sachse
Pabst-Publishers

Im Buch werden empirische Studien zur Effektivität Klärungsorientierter Psychotherapie (KOP) bei Klienten mit Persönlichkeitsstörungen (PD) dargestellt. Untersucht werden Klienten mit narzisstischer PD – sowohl „erfolgreiche“ wie auch „gescheiterte“ und „erfolglose“ Narzissten –, mit histrionischer PD – sowohl „erfolgreiche“ als auch „erfolglose“ Histrioniker –, Klienten mit dependenter sowie selbstunsicherer PD.
Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass KOP hohe Effektstärken bei Klienten mit Persönlichkeitsstörungen aufweist – vor allem in den psychologischen Variablen, die für die einzelnen Störungsbilder relevant sind.
Die wichtigsten Effektstärken wurden für selbstunsichere und erfolgreiche narzisstische Klienten gefunden; auch für histrionische und dependente Klienten ist die KOP hoch effektiv. Selbst bei Klienten mit Distanzstörungen konnten gute Erfolge verzeichnet werden.


6. KOP bei psychosomatischen Erkrankungen

Psychosomatische Erkrankungen sind ein weiteres wichtiges Anwendungsfeld der KOP. Hierzu wurden in der KOP sowohl theoretische, als auch therapeutische Ansätze entwickelt.


6.1. Psychologische Psychotherapie bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (2006)
Klientinnen und Klienten mit einer sogenannten „psychosomatischen Verarbeitungsstruktur“ (hohe Alienation, niedrige Autonomie, schlechte Abgrenzung, hohe Konfliktscheu, hohe Erwartungsorientierung, Ignorierung eigener Belastungsgrenzen) stellen für Therapeuten in der Psychotherapie eine besondere Herausforderung dar.
Das Buch beschreibt die psychologischen Komponenten der Störung, es geht auf besondere interaktionelle und motivationale Probleme der Klienten zu Therapiebeginn ein und erarbeitet Lösungen für diese Probleme.
Das Buch behandelt aber auch therapeutische Strategien, mit deren Hilfe die starke Vermeidung der Klienten bearbeitet werden kann: Die Klienten können dadurch veranlasst werden, sich auf Schema-Klärung, Schema-Bearbeitung und Training einzulassen, sodass die KOP bei diesen Klienten hohe Effektstärken erreicht.

Patienten mit chronisch entzündlichen Magen-Darm-Erkrankungen (Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa) zeigen charakteristische dysfunktionale Verarbeitungsmuster und Handlungsregulationen.
Sie weisen in der Regel zu Therapiebeginn aber nur eine geringe Therapiemotivation und unzureichende Problemdefinitionen auf.
In diesem Buch wird ein spezifisches psychotherapeutisches Vorgehen vorgestellt, das Patienten hilft, Problemdefinitionen und Änderungsmotivationen zu entwickeln, und das zu großen Veränderungen in relevanten Verarbeitungs- und Handlungsregulationsprozessen führt. Daraus resultiert eine starke Reduktion der körperlichen Symptomatik.
Dieses Therapieverfahren hilft Therapeuten, konstruktiv mit den Patienten umzugehen und ihnen Veränderungen zu ermöglichen.

Rezension aus der Zeitschrift "Deutsches Ärzteblatt" (Jg. 103/Heft 50)
Der Schwerpunkt des vorgestellten Behandlungsmodells liegt auf einer interventionsorientierten Störungstheorie, in der insbesondere die vier Komponenten Entfremdung, mangelhafte Reflexion, Außenorientierung und defizitäres Selbstkonzept der von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CEDE) betroffenen Patienten beeinflusst werden sollen (Bearbeitung dysfunktionaler Schemata). Der Autor stellt dieses Modell als störungsspezifisches therapeutisches Vorgehen bei CEDE vor und konstatiert sehr gute Behandlungsergebnisse. Demgegenüber bleiben nach Auffassung des Autors die CEDE-Patienten zu lange im rein internistischen Sektor der Gesundheitsversorgung, der in der Reduktion oder Heilung der Erkrankung wenig effektiv sei.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass das Behandlungskonzept - bezogen auf Veränderungen psychologische Parameter - durchaus wirksam sein dürfte. Im Hinblick auf die Beeinflussung der CEDE vermisst man aber Angaben über einschlägige gastroenterologische Parameter und spezifische Outcome-Variablen für eine Verbesserung der chronisch entzündlichen Darmerkrankung selbst. Hier hat offensichtlich eine Zusammenarbeit mit einer entsprechenden medizinischen Einrichtung gefehlt (die behandelten Patienten wurden über Zeitungsanzeigen und Radiomitteilungen für die Studie rekrutiert).

Fazit: Ein durchaus interessanter und im Hinblick auf bestimmte psychologische Parameter gegebenenfalls auch erfolgreicher Behandlungsansatz. Seine spezifische Wirksamkeit bei CEDE müsste aber noch in einem dafür geeigneten Studiendesign nachgewiesen werden.

Ulrich Rüger

6.2. Klärungsorientierte Psychotherapie psychosomatischer Störungen (2018)
Im Zentrum dieses Buches steht die sog. „Psychosomatische Verarbeitungsstruktur“: Eine Konstellation von Verarbeitungsprozessen, wie sie bei Klienten mit bestimmten psychosomatischen Erkrankungen, wie z.B. Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn, typisch ist. Die Klientinnen und Klienten können sich schlecht abgrenzen, kaum „nein“ sagen und treten nicht für ihre Rechte ein.
Nach einer detaillierten Beschreibung wird eine Methode zur empirischen Erfassung dieser Struktur vorgestellt. Sodann werden ausführlich therapeutische Strategien der Klärungsorientierten Psychotherapie vorgestellt, mit deren Hilfe Therapeuten diese Struktur effektiv bearbeiten können: Informationen an Klienten, Motivierung der Klienten, Bearbeitung der Vermeidung und weitere therapeutische Vorgehensweisen. Das Buch wird durch eine Darstellung bisheriger empirischer Ergebnisse zur Effektivität der beschriebenen Therapie abgerundet.


7. KOP im Bereich A & O

Prinzipien der KOP lassen sich auch auf den Bereich des Coachings und auf Aspekte von Führung anwenden, wie die beiden vorgestellten Bücher zeigen.


7.1. Spaß an der Arbeit trotz Chef (2015)
Schwierige Situationen aktiv gestalten

Dieses Buch hilft andere verstehen und sich unterschiedlichen Charakteren verständlich zu machen. Wer arbeitet, ist von anderen Menschen umgeben. Oftmals lässt sich die Kommunikation gestalten. Bei Vorgesetzten scheint der Einfluss gering zu sein – wir müssen sie nehmen wie sie sind. Das verursacht manchmal Stress. Sachse und Collatz, Experten in der Beratung von Menschen in Arbeitskontexten, zeigen in diesem Buch, wie Persönlichkeitsstile „ticken“: Die verschiedenen Stile werden jeweils in ihren allgemeinen Charakteristika, Beziehungsmotiven, zugrundliegenden Annahmen (Schemata), in ihren Stärken und Schwächen – mit den Konsequenzen für sich selbst und ihre Interaktionspartner – beschrieben. Leserinnen und Leser erkennen, wie sie dem konstruktiv und gesund begegnen können. Dieses Buch ist kurz und anschaulich und für Chefs wie für Mitarbeiter gleichermaßen zu Genuss und Gewinn geschrieben.

Der Inhalt

Was sind Persönlichkeitsstile? – 9 Stile: Charakteristika, Beziehungsmotive, Schemata, Kommunikation – Alltagsbeispiele.

Das Autorenteam

Prof. Dr. Rainer Sachse macht komplexe psychologische Sachverhalte allgemein verständlich und stellt sie humorvoll und einfühlsam dar.

Dipl.-Psych. Dr. Annelen Collatz berät Menschen im Berufskontext und hat bereits mehrere erfolgreiche Bücher geschrieben.

7.2. Klärungsorientiertes Coaching (2011)
Immer mehr Menschen suchen bei Problemen der Work-Life-Balance, bei Stress, Interaktionsproblemen oder psychosomatischen Störungen Unterstützung bei einem Coach. Dieser steht nun vor der Aufgabe, dem Anliegen des Coaching-Klienten mit einem schlüssigen, theoriegeleitetem Konzept und einem für den Klienten nachvollziehbaren Vorgehen zu begegnen. Gängige Coaching-Konzepte bieten jedoch oft nur eine lose Sammlung verschiedenster Methoden ohne empirische Validierung.

Anders beim klärungsorientierten Coaching: Hier werden die bewährten und nachgewiesenermaßen wirksamen Ansätze der Klärungsorientierten Psychotherapie auf den Bereich des Coachings übertragen und passende Interventionsstrategien abgeleitet. Die Beziehungsgestaltung wird ebenso thematisiert wie die Problemklärung und -definition, die Klärung und Veränderung relevanter Schemata, der Umgang mit Persönlichkeitsstilen und schließlich die Interventionen bei spezifischen Problemstellungen. Alle, die sich mit dem Thema Coaching beschäftigen, finden hier ein praktisch erprobtes, transparentes Konzept für den kompletten Coaching-Prozess.


8. Klärungsorientierte Psychotherapie und Persönlichkeitsstörungen

Die Theorie und Therapie von Persönlichkeitsstörungen stellt den wesentlichsten Anwendungsbereich von KOP dar. Hier sollen sowohl allgemeine Bücher als auch spezifische Bücher zu den einzelnen Persönlichkeitsstörungen sowie zu speziellen Problemen (z.B. Diagnostik und Komorbidität) vorgestellt werden.


8.1. Persönlichkeitsstile
Dieses Buch richtet sich an interessierte Laien, Klientinnen und Klienten, an Therapeuten, Pflegepersonal und alle, die beruflich oder privat mit Menschen umgehen.

Das Buch eignet sich auch sehr gut dazu, dass Therapeuten es Klienten, die sich für dieses Thema interessieren, als Lektüre empfehlen.

8.2.Rainer Sachse: Persönlichkeitsstörungen verstehen – Zum Umgang mit schwierigen Klienten (1. Auflage, 2006)
Das Buch stellt eine Einführung in das Thema der Persönlichkeitsstörungen und deren Therapie dar: Es eignet sich für Psychotherapeuten, aber auch für Sozialarbeiter, Pflegekräfte und alle, die beruflich mit Klienten zu tun haben, die Persönlichkeitsstörungen aufweisen.

Patienten mit Persönlichkeitsstörungen gelten als schwierig und »nervig«. Sie stehen im Ruf, psychiatrische Teams aufzumischen und schwer behandelbar zu sein. Sachse zeigt, wie man Verständnis und Zugang zu diesen Menschen entwickeln kann. Für ihn stellen sich Persönlichkeitsstörungen im Kern als Beziehungsstörungen dar.

Anhand des von ihm entwickelten Modells der doppelten Handlungsregulation zeichnet er nach, wie diese ungünstigen Beziehungsmuster entstehen, in der Familie verstärkt werden, sich im späteren Verlauf der Biografie entwickeln und welche Probleme daraus für Klienten mit Persönlichkeitsstörungen und die Menschen, die mit ihnen umgehen, entstehen.

In je eigenen Kapiteln werden die unterschiedlichen Persönlichkeitsstile und die ihnen spezifischen Ausprägungen beschrieben und erklärt. Zahlreiche Beispiele illustrieren die Beziehungsfallen und Tests, mit denen Therapeuten und psychosoziale Profis häufig konfrontiert werden, und zeigen, wie man konstruktiv damit umgehen kann. Kapitel zu den speziellen Problemen bei der Team- und Angehörigenarbeit runden das Buch ab.

Zielgruppen: Professionellpsychiatrisch Tätige in stationären und ambulanten Settings: Krankenschwestern und -pfleger, Erzieher, Sozialarbeiter und -pädagogen, ärztliche und psychologische Therapeuten. Die Berücksichtigung und Würdigung der Pflegekräfte, die ja oft mehr alltäglichen Kontakt mit den Klienten haben, ist ein besonderes Verdienst dieses Buches.

Rezension in „Psychotherapie im Dialog“ (3/2014)
In dem vorliegenden Buch bietet der Autor auf übersichtlichen 120 Seiten einen wertvollen Einblick in den Umgang mit der als schwierig bekannten Klientel. Sowohl deren Charakteristika als auch therapeutische Möglichkeiten und Strategien werden verständlich dargestellt. In einem eigenen Kapitel werden die Besonderheiten der 8 reinen Persönlichkeitsstörungen im Überblick vorgestellt. Das Buch schließt mit Informationen zur Beratung Angehöriger sowie zur Zusammenarbeit im therapeutischen Team. Relevante Hinweise sind im Fließtext deutlich markiert, was ein schnelles Finden der Informationen erleichtert. Mögliche Beziehungsfallen im interaktionellen Prozess werden anhand von Fallbeispielen aufgezeigt. Das Buch richtet sich, nicht zuletzt aufgrund des gut lesbaren Stils, gleichermaßen an Psychotherapeuten wie an Pflegende und Angehörige, die ein besseres Verständnis für diese Störungen entwickeln wollen, um so ein konstruktiveres Miteinander ermöglichen zu können.

Rezensentin
Dipl.-Psych. Katharina M. Gladisch

Rezensionen und Texte zu älteren Auflagen
Patienten mit Persönlichkeitsstörungen gelten als schwierig und "nervig". Sie stehen im Ruf, psychiatrische Teams aufzumischen und schwer behandelbar zu sein. Sachse zeigt, wie man Verständnis und Zugang zu diesen Menschen entwickeln kann. Für ihn stellen sich Persönlichkeitsstörungen im Kern als Beziehungsstörungen dar. Anhand des von ihm entwickelten Modells der doppelten Handlungsregulation zeichnet er nach, wie diese ungünstigen Beziehungsmuster entstehen, in der Familie verstärkt werden, sich im späteren Verlauf der Biografie entwickeln und welche Probleme daraus für Klienten mit Persönlichkeitsstörungen und die Menschen, die mit ihnen umgehen, entstehen.

In je eigenen Kapiteln werden die unterschiedlichen Persönlichkeitsstile und die ihnen spezifischen Ausprägungen beschrieben und erklärt. Zahlreiche Beispiele illustrieren die Beziehungsfallen und Tests, mit denen Therapeuten und psychosoziale Profis häufig konfrontiert werden, und zeigen, wie man konstruktiv damit umgehen kann. Kapitel zu den speziellen Problemen bei der Team- und Angehörigenarbeit runden das Buch ab.

Der Verlag über das Buch
"Das Buch vermittelt ein tieferes Verständnis für Menschen mit Persönlichkeitsstörungen. Es richtet sich an professionellpsychiatrisch Tätige in stationären und ambulanten Settings: Krankenschwestern und -pfleger, Erzieher, Sozialarbeiter und -pädagogen, ärztliche und psychologische Therapeuten. Die Berücksichtigung und Würdigung der Pflegekräfte, die ja oft mehr alltäglichen Kontakt mit den Klienten haben, ist ein besonderes Verdienst dieses Buches."

8.3. Rainer Sachse: Persönlichkeitsstörungen verstehen: Zum Umgang mit schwierigen Klienten (10. Auflage, 2018)
Patienten mit Persönlichkeitsstörungen gelten als schwierig und »nervig«. Sie stehen im Ruf, psychiatrische Teams aufzumischen und schwer behandelbar zu sein. Sachse zeigt, wie man Verständnis und Zugang zu diesen Menschen entwickeln kann. Für ihn stellen sich Persönlichkeitsstörungen im Kern als Beziehungsstörungen dar.
Anhand des von ihm entwickelten Modells der doppelten Handlungsregulation zeichnet er nach, wie diese ungünstigen Beziehungsmuster entstehen, in der Familie verstärkt werden, sich im späteren Verlauf der Biografie entwickeln und welche Probleme daraus für Klienten mit Persönlichkeitsstörungen und die Menschen, die mit ihnen umgehen, entstehen.

In je eigenen Kapiteln werden diese unterschiedlichen Persönlichkeitsstörungen und die ihnen spezifischen Ausprägungen beschrieben und erklärt:
• Narzisstische Persönlichkeitsstörung
• Histrionische Persönlichkeitsstörung
• Dependente Persönlichkeitsstörung
• Selbstunsichere Persönlichkeitsstörung
• Passivaggressive Persönlichkeitsstörung
• Schizoide Persönlichkeitsstörung
• Paranoide Persönlichkeitsstörung
• Zwanghafte Persönlichkeitsstörung

Zahlreiche Beispiele illustrieren die Beziehungsfallen und Tests, mit denen Therapeuten und psychosoziale Profis häufig konfrontiert werden, und zeigen, wie man konstruktiv damit umgehen kann. Kapitel zu den speziellen Problemen bei der Team- und Angehörigenarbeit runden das Buch ab. Die Berücksichtigung und Würdigung der Pflegekräfte, die ja oft mehr alltäglichen Kontakt mit den Klienten haben, ist ein besonderes Verdienst dieses Buches.

8.4. Rainer Sachse: Persönlichkeitsstörungen: Leitfaden für die Psychologische Psychotherapie (2004)
Das Buch gibt einen Überblick über Theorie und Therapie der Persönlichkeitsstörungen auf der Grundlage der Klärungsorientierten Psychotherapie. Es werden alle 8 sogenannten „psychologischen“ Persönlichkeitsstörungen behandelt: Narzisstisch, histrionisch, dependent, selbstunsicher, schizoid, passiv-aggressiv, zwanghaft und paranoid.

Das Buch ist ein praxisorientierter Leitfaden für die Behandlung von Persönlichkeitsstörungen. Es wird ein psychologisches Modell von Persönlichkeitsstörungen vorgestellt, das »Modell der Doppelten Handlungsregulation«, das die charakteristischen interaktionellen Schwierigkeiten und therapeutischen Probleme von Klienten mit diesen Störungen erklärt. Aus diesem Modell werden psychologische Handlungsprinzipien und therapeutische Strategien abgeleitet, mit deren Hilfe Therapeuten die Interaktionsprobleme gut bewältigen und Klienten zu einer effektiven Veränderung führen können. Es werden alle acht »reinen« Persönlichkeitsstörungen behandelt: ihre spezifischen Charakteristika, ihre besonderen interaktionellen Eigenheiten und spezifische therapeutische Vorgehensweisen, mit deren Hilfe Therapeuten die Klienten zu einer Veränderung motivieren können und Klienten zu einer Änderung dysfunktionaler Schemata und Verhaltensweisen anleiten können. Besonderen Wert wird auf die Bearbeitung spezifischer Interaktionsprobleme wie Tests, Vermeidungsverhalten und interaktionelle Spiele gelegt, so dass Therapeuten sich gut auf die Klienten einstellen und die spezifischen Schwierigkeiten gut meistern können. In diesem Buch finden Psychotherapeuten psychologische Handlungsprinzipien und Strategien, mit deren Hilfe Interaktionsprobleme bewältigt werden und Klienten effektive Veränderungen herbeiführen können.

Rezension in SuchtAktuell 2014/1
Das Buch ist ein praxisorientierter Leitfaden für die Behandlung von Persönlichkeitsstörungen. Es wird ein psychologisches Modell von Persönlichkeitsstörungen vorgestellt, das „Modell der Doppelten Handlungsregulation“, welches die charakteristischen interaktionellen Schwierigkeiten und therapeutische Probleme von Klienten mit diesen Störungen erklärt. Das Buch beinhaltet folgende Überblickskapitel:
‒ Wesentliche Grundkonzepte von Persönlichkeitsstörungen
‒ Charakteristika von Persönlichkeitsstörungen
‒ Allgemeines psychologisches Funktionsmodell für Persönlichkeitsstörungen
‒ Diagnostische Charakteristika von Persönlichkeitsstörungen
‒ Therapeutische Strategien
Vorgestellt werden in weiteren Kapiteln narzisstische, histrionische, dependente, selbstunsichere, passiv-aggressive, schizoide, zwanghafte und paranoide Persönlichkeitsstörungen. Dabei werden spezifische Charakteristika, interaktionelle Eigenheiten und spezifische therapeutische Vorgehensweisen ausführlich behandelt. Besonderer Wert wird hierbei auf die Bearbeitung spezifischer Interaktionsprobleme gelegt, so dass Therapeuten sich gut auf die jeweiligen Klienten einstellen und die spezifischen Schwierigkeiten damit besser meistern können.

Rezension in „Psychotherapie im Dialog“ (3/2014)
Grundlage des Buches, das in 2., überarbeiteter und erweiterter Auflage vorliegt, bildet das „Modell der Doppelten Handlungsregulation“, das als theoretisches Rahmenmodell für Persönlichkeitsstörungen verstanden werden kann. Hieraus können wiederum sowohl Handlungsprinzipien als auch therapeutische Strategien für die praktische Arbeit abgeleitet werden. Nach einer Definition der Grundkonzepte sowie Charakteristika von Persönlichkeitsstörungen werden diese nach „reinen“ und „hybriden“ Störungen unterschieden. 8 reine Persönlichkeitsstörungen, die als Beziehungsstörungen ohne weitere Störungsaspekte definiert sind, werden im Folgenden ausführlich behandelt. Die sog. hybriden Störungen, etwa die Borderline-Persönlichkeitsstörung, die neben der Beziehungsstörung weitere Störungsaspekte beinhalten, werden nur kurz vorgestellt. Die Kapitel sind identisch aufgebaut: Nach einer Beschreibung der jeweiligen Störung und einer Definition derselben wird das therapeutische Vorgehen gemäß dem zugrunde liegenden Modell erläutert. Die Übersichtlichkeit der Gestaltung und die gute Lesbarkeit erleichtern die Arbeit mit diesem Buch, das kurzweilig und interessant zu lesen ist. Als praxisorientierter, informativer Leitfaden kann es sehr gut unterstützend in den psychotherapeutischen Alltag integriert werden.

8.5. Rainer Sachse: Persönlichkeitsstörungen: Leitfaden für die Psychologische Psychotherapie (3. Auflage, 2019)
Das Buch ist ein praxisorientierter Leitfaden für die Behandlung von Persönlichkeitsstörungen. Es wird ein psychologisches Modell von Persönlichkeitsstörungen vorgestellt, das „Modell der Doppelten Handlungsregulation“, das die charakteristischen interaktionellen Schwierigkeiten und therapeutischen Probleme von Klienten mit diesen Störungen erklärt. Aus diesem Modell werden psychologische Handlungsprinzipien und therapeutische Strategien abgeleitet, mit deren Hilfe Therapeuten die Interaktionsprobleme gut bewältigen und Klienten zu einer effektiven Veränderung führen können. Es werden alle acht „reinen“ Persönlichkeitsstörungen ausführlich behandelt: ihre spezifischen Charakteristika, ihre besonderen interaktionellen Eigenheiten und spezifische therapeutische Vorgehensweisen, mit deren Hilfe Therapeuten die Klienten zu einer Veränderung motivieren können und Klienten zu einer Änderung dysfunktionaler Schemata und Verhaltensweisen anleiten können. Besonderer Wert wird auf die Bearbeitung spezifischer Interaktionsprobleme wie Tests, Vermeidungsverhalten und interaktionelle Spiele gelegt, sodass Therapeuten sich gut auf die Klienten einstellen und die spezifischen Schwierigkeiten gut meistern können.

8.6. Rainer Sachse: Personality Disorders – A Clarification-Oriented Psychotherapy Treatment Model (2019)
Practical, expert advice for treating personality disorders

This practice-oriented guide presents a model of personality disorders (PDs) based on the latest research showing that “pure” PDs are due to relationship disturbances. The reader gains concise and clear information about the dualaction regulation model and the framework for clarification-oriented psychotherapy, which relates the relationship dysfunction to central relationship motives and games. Practical information is given on how to behave with clients and clear therapeutic strategies based on a five-phase model are outlined to help therapists manage interactional problems in therapy and to assist clients in achieving effective change. The eight pure personality disorders (narcissistic, histrionic, dependent, avoidant, schizoid, passive-aggressive, obsessive-compulsive, and paranoid) are each explored in detail so the reader learns about the specific features of each disorder and the associated interactional motives, dysfunctional schemas, and relationship games and tests, as well as which therapeutic approaches are appropriate for a particular PD. As the development of a trusting therapeutic relationship is difficult with this client group, detailed strategies and tips are given throughout. This book is essential reading for clinical psychologists, psychiatrists, psychotherapists, counselors, coaches, and students.

„This is a very well-structured, informative, and readily accessible book that provides unique and valuable guidelines for therapists treating those with personality disorders, with a clarification- and schema-focused approach. Given the integration of empirical studies with detailed clinical descriptions of each disorder, this is a useful and inspiring resource, and it is to be hoped that this book can be made available to therapists and clinicians in many countries.“
Elsa Ronningstam, PhD, Harvard Medical School, Harvard University, Cambridge, MA

8.7. Rainer Sachse: Manipulation und Selbsttäuschung (2014)
Schwierige Gesprächssituationen meistern

Täuschung und Selbsttäuschung sind sehr verbreitet – und das ist nicht weiter schlimm: Manipulationen können hilfreich sein, um eigene Ziele zu erreichen. Und: Nicht jede Selbsttäuschung ist schädlich. Da man auch selbst Opfer von Manipulationen werden kann, ist es wichtig, diese zu erkennen und zu kontern. Wie das geht, zeigt dieses Buch.

Prof. Rainer Sachse hat viele Bücher über Psychotherapie und Persönlichkeitsstörungen verfasst und einige satirische Ratgeber darunter, wie man die Beziehung, seine Karriere und sein Leben ruiniert. Er macht – auch in diesem Buch - komplexe psychologische Sachverhalte allgemein verständlich und stellt sie humorvoll und einfühlsam dar. Er sagt allerdings nicht, dass die Umsetzung einfach ist.

Sich selbst auf die Schliche kommen

In diesem Buch erfahren Sie Strategien der Manipulation und Gegenstrategien. Sie können aber auch lesen, wie Sie auch sich selbst auf die Schliche kommen können. Aus dem Inhalt: Was ist Manipulation? – Gründe und Kosten von Manipulation – Realisation von Manipulation – Interaktionsspiele – Manipulation und Manipulierbarkeit – Schutz gegen Manipulation – Vorgehen gegen Manipulation – Selbsttäuschung – Kosten der Selbsttäuschung.

Das Buch ist spannend für alle, die sich für Beziehungen, Kommunikation und Interaktion interessieren, die mit Menschen umgehen und schwierige Interaktionssituationen bewältigen müssen. Es ist aber auch mit Gewinn zu lesen von Psychotherapeuten, Ärzten und Beratern.

So machen Sie sich ein Leben, ganz wie es Ihnen gefällt

Rezension des Springer Verlags (Pressemitteilung)

Rezension von Ruth Lachmuth in „Gehirn und Geist“

Rezension von Ruth Lachmuth auf spektrum.de
Die Macht der Fremdsteuerung

„Manipulieren” heißt, einen Menschen zu etwas zu veranlassen, was er eigentlich nicht möchte. Der Begriff war ursprünglich nicht negativ behaftet (lat. manipulus, „etwas in der Hand haben”, übertragen „Kunstgriff”), wird heute aber oft mit unmoralischem Verhalten in Verbindung gebracht. Rainer Sachse, Leiter des Instituts für Psychologische Psychotherapie (IPP) in Bochum, vermittelt in seinem Buch einen fundierten Einblick in Formen der Manipulation und entsprechende Abwehrstrategien. Er erläutert wesentliche Aspekte des Beeinflussens Anderer sowie der Selbsttäuschung.

Schnell wird klar: Wir alle manipulieren ständig und werden manipuliert, meist aber in harmloser Form und überwiegend unbewusst. Dieses Verhalten sei verbreitet und normal, schreibt Sachse, es könne sogar als soziale Kompetenz betrachtet werden. Entscheidend sei die Dosis. Manipulation werde dann zum Problem, wenn sie zu häufig eingesetzt werde oder ernsten Schaden bewirke
Eine Frage des Charakters

Der Autor beleuchtet, warum wir manipulieren, welchen Nutzen und welche potenziellen Nachteile wir dabei haben. Er erläutert, wie man verschiedene Arten der Einflussnahme erkennt und sich dagegen wappnet – und wie man selbst entsprechend auf andere einwirken kann. Sachse befasst sich schwerpunktmäßig mit Persönlichkeitsstilen und -störungen und lässt diese Perspektive in das Buch einfließen. So schreibt er, welche Charaktertypen zu welchen manipulativen Strategien neigen. Sabotage-Strategien etwa würden von Menschen mit passiv-aggressivem Persönlichkeitsstil bevorzugt.

Manipulation sei eine Art des zwischenmenschlichen Spiels, meint Sachse. Er erörtert, welche Arten von „Manipulationsspielen” es gibt und wie man jeweils aus ihnen aussteigen kann. Die Selbsttäuschung entlarvt er als Form der Selbstmanipulation und gibt interessante Einblicke in dieses bislang noch wenig erforschte Gebiet.

Das Buch eignet sich vornehmlich für Psychologen, Psychotherapeuten und Berater, darüber hinaus aber auch für alle, die sich für zwischenmenschliche Beziehungen, Kommunikation und Interaktion interessieren. Es vermittelt ein tiefes Verständnis von manipulativen Strategien und kann jenen helfen, die sich im beruflichen oder privaten Alltag damit auseinandersetzen müssen. Ein wenig unpassend erscheint der Untertitel „Wie gestalte ich mir die Welt so, dass sie mir gefällt”. Denn um die Verwirklichung eines angenehmen Lebens geht es in dem Buch nur am Rande.

Dem Autor ist ein gut verständliches und erhellendes Werk gelungen, dem es nicht an Tiefgang fehlt. Sowohl Einsteiger als auch Experten können von der Lektüre profitieren.

8.8. Klärungsorientierte Psychotherapie von Persönlichkeitsstörungen (2010)
In diesem Buch werden die psychologischen Grundlagen einer Theorie der Persönlichkeitsstörungen dargestellt: Beziehungsmotive, Schemata, manipulatives Interaktionsverhalten, interaktionelle Spiele, Tests u.ä.
Und es werden die therapeutischen Prinzipien und Vorgehensweisen erläutert, die bei der Therapie von Klienten mit Persönlichkeitsstörungen relevant sind.

Das Buch liefert einen Überblick über grundlegende Konzepte von Persönlichkeitsstörungen und von psychotherapeutischen Strategien für deren Therapie. Ausgehend vom Modell der doppelten Handlungsregulation werden grundlegende Interventionsmethoden im Rahmen der Klärungsorientierten Psychotherapie behandelt: Komplementäre Beziehungsgestaltung, Konfrontationen, therapeutischer Umgang mit Spielen und Spielstrukturen, Klärung und Bearbeitung von Schemata, Umgang mit Komorbiditäten. Auch diagnostische Konsequenzen aus dem Modell werden erläutert.

Der Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung psychologisch fundierter, in der Praxis bewährter therapeutischer Vorgehensweisen, mit deren Hilfe Therapeuten effektiv mit persönlichkeitsgestörten Klienten arbeiten können. Band 1 der neuen Buchreihe «Praxis der Psychotherapie von Persönlichkeitsstörungen» bietet eine fundierte Einführung in die grundlegenden Konzepte von Persönlichkeitsstörungen und zeigt auf, wie diesen mit Hilfe der klärungsorientierten Psychotherapie erfolgreich begegnet werden kann.

Rezension in Sucht Aktuell 1 - 2012
Das Buch liefert einen Überblick über grundlegende Konzepte von Persönlichkeitsstörungen und psychotherapeutische Strategien für deren Behandlung. Diese komplexen Störungen werden im Kern als Beziehungsstörungen aufgefasst, die sich aus problematischen Beziehungs- und Interaktionsmustern in der Kindheit und Jugend entwickeln. Im Wesentlichen dienen sie dazu, in Beziehungen wichtige Motive befriedigt zu bekommen. Ausgehend vom Modell der Doppelten Handlungsregulation als theoretischem Modell von Persönlichkeitsstörungen werden grundlegende Interventionsmethoden im Rahmen der Klärungsorientierten Psychotherapie behandelt. Im Speziellen wird hierbei eingegangen auf manipulatives Handeln, komplexe "Spielstrukturen" (manipulative Strategien) bei Persönlichkeitsstörungen, klärungsorientierte Strategien der Psychotherapie von Persönlichkeitsstörungen, das Transparent-Machen manipulativen Verhaltens durch Konfrontation, die Klärung und Bearbeitung von Schemata und den Umgang mit Komorbiditäten. Auch diagnostische Konsequenzen aus dem zugrunde liegenden Modell werden erläutert. Der Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung psychologisch fundierter, in der Praxis bewährter therapeutischer Vorgehensweisen.

8.9. Praxis der Psychotherapie von Persönlichkeitsstörungen: Klärungsorientierte Psychotherapie der narzisstischen Persönlichkeitsstörung (2011)
Die narzisstische Persönlichkeitsstörung ist eine in der ambulanten Psychotherapie häufig vorkommende Störung. Therapeuten werden daher mit Sicherheit mit entsprechenden Klienten konfrontiert. Klienten mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung sind jedoch leicht bis hochgradig interaktionsschwierig und verlangen vom Behandler eine hohe therapeutische Expertise, damit eine Intervention erfolgreich verlaufen kann. Diese Expertise wird in diesem Buch bereitgestellt.

Zunächst wird auf ein Funktionsmodell von Narzissmus eingegangen und drei Typen von Narzissten unterschieden: die erfolgreichen, die gescheiterten und die erfolglosen. Anschließend werden die therapeutischen Phasen und die dazugehörigen spezifischen therapeutischen Strategien und Interventionen dargestellt. Diese werden anhand von Transkripten exemplarisch verdeutlicht. Spezielle Beachtung finden dabei die komplementäre Beziehungsgestaltung, Konfrontation, Klärung und Schemabearbeitung sowie der Umgang mit schwierigen Interaktionssituationen.

Alle beschriebenen Konzepte haben sich vielfach in der Praxis bewährt und ermöglichen einen effektiven Umgang mit narzisstischen Klienten. Psychotherapeuten finden in diesem Band eine praxisorientierte Anleitung für die Behandlung von Klienten mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung. Dabei wird stets den besonderen Anforderungen an die Beziehungsgestaltung Rechnung getragen.

8.10. Praxis der Psychotherapie von Persönlichkeitsstörungen: Klärungsorientierte Psychotherapie der histrionischen Persönlichkeitsstörung (2012)
Die histrionische Persönlichkeitsstörung stellt besondere Anforderungen an die Expertise des Therapeuten. Die Störung ist hoch ich-synton, so dass die Personen oft keine Veranlassung zu einer konstruktiven therapeutischen Mitarbeit sehen. Dieses Buch vermittelt vielfach erprobte, erfolgreiche Strategien zum Umgang mit dieser Herausforderung.

Ausgehend von einem psychologischen Funktionsmodell der histrionischen Störung werden zwei Arten unterschieden: Die erfolgreichen und die erfolglosen Histrioniker. Für beide wird beschrieben, welche Charakteristika die Störung aufweist und welche therapeutischen Probleme zu erwarten sind. Es werden therapeutische Prinzipien beschrieben wie »komplementäre Beziehungsgestaltung«, Konfrontation, Klärung relevanter Schemata, Bearbeitung von Alienation. Es wird aber auch auf spezifische therapeutische Strategien für erfolgreiche und erfolglose Histrioniker eingegangen. Mögliche schwierige Interaktionssituationen werden dargestellt und therapeutische Bewältigungsstrategien dafür werden erörtert. Die therapeutische Vorgehensweise und die resultierenden Klienten-Reaktionen werden praxisnah anhand von Transkripten illustriert, wobei auch auf den Umgang mit Interaktionstests eingegangen wird. Psychotherapeuten finden in diesem Band eine praxisorientierte Anleitung für die Behandlung von Klienten mit histrionischer Persönlichkeitsstörung. Dabei wird stets den besonderen Anforderungen an die Beziehungsgestaltung Rechnung getragen.

Rezension des Österreichischen Schulportals "schule.at"
bm:ukk-Bereich (Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur)
(03.05.2012, Mag. DDr. Franz Sedlak)

Das Buch folgt dem aktuellen Trend, nicht von einem bestimmten Menschenbild und einem Modell therapeutischer Wirkfaktoren und einem entsprechenden therapeutischen Verhalten auszugehen, sondern von einer bestimmten Störung.

Hier ist es die histrionische Störung, die dargestellt wird. Dabei werden wichtige Unterscheidungen getroffen: So strebt der histrionische Mensch nicht nach Anerkennung für verschiedene Leistungen, Vorzüge etc. wie der narzisstische Mensch, sondern nach Wichtigkeit seiner Person, für die volle Aufmerksamkeit, Solidarität und Verlässlichkeit beansprucht wird. Außerdem warnen die Autoren davor, die erfolglosen, jammernden Histrioniker als depressiv fehlzudiagnostizieren. Die erfolglosen setzen nur andere Mittel ein als die erfolgreichen Histrioniker.

An die Beschreibung der histrionischen Persönlichkeitsstörung schließt sich ein psychologisches Modell an, das von drei Ebenen ausgeht: Motivebene (was wird angestrebt), Schemaebene (was wird der eigenen Person und den Beziehungen attribuiert) und die Spielebene ( zu welchen Handlungen führen die frustrierten Bedürfnisse und die negativen Überzeugungen). Auf dieser Spielebene wird kompensiert, manipuliert und dies verursacht "Kosten" für das Selbstbild und die Beziehungen.

Aus dem Buch geht in einer Kurzdarstellung hervor, warum von einem Modell der doppelten Handlungsregulierung die Rede ist. Zwar gibt es drei Ebenen, aber: die Motivebene (grundlegende Bedürfnisse) und die Schemaebene (grundlegende Überzeugungen) werden als handlungsregulierend angesehen, die Spielebene wird offenbar aber nicht als handlungsregulierend betrachtet, sondern als abhängige Variable - frustrierte Bedürfnisse und die Überzeugung, nicht durch authentisches Verhalten zur Erfüllung zu kommen, führen zum Einsatz von Strategien, die nach dem Versuchs- Irrtums- Prinzip aufgebaut wurden. Man könnte aber die expressive, aktionale Komponente mit ihren spezifischen, ja sogar idiosynkratischen kompensatorischen und manipulativen Strategien auch als auf das System rückwirkende Einflussgröße sehen und das Verhalten nicht nur als Folge von Bedürfnissen, Überzeugungen, sondern auch als Funktion von strategischen Stilmitteln erklären, denn wie wir handeln, wirkt ja auf uns zurück (was ja auch einer lernenden Organisation entspricht, wobei das Versuchs-Irrtums-Verfahren von Mal zu Mal auf den Ergebnissen aufbaut). Man könnte also auch die Handlungsregulierung durch die Spielebene formulieren (im Sinne einer systemischen Selbstreferenz , aber auch in Interaktion mit den beiden anderen Ebenen). So wird ja auch im Buch die Unterscheidung von erfolglosen und erfolgreichen Histrionikern im Vorhandensein eines kleineren oder größeren Handlungsrepertoires gesehen (S 36). Und es wird ja auch intensiv an der Veränderung der Spiele gearbeitet.

Das Buch liefert ausführliche Handlungsanweisungen für den Beziehungsaufbau, den Aufbau von Veränderungsmotivation durch Transparentmachung der Spielstruktur, die Klärung relevanter Schemata, deren Bearbeitung und schließlich für den Aufbau von authentischem Verhalten und dessen Transfer in den Alltag. Es gibt sehr viele Anweisungen für komplementäres Verhalten, Konfrontierung, Explizierung u. v. a. m. Es gibt auch konkrete Warnungen im Umgang mit Histrionikern: Ihre hohe Manipulationskunst, ihre Unersättlichkeit -daher principiisobsta! (im Buch steht prinzipies), besonders interessant sind die Impulse für den Umgang mit der Selbstentfremdung (alienation) histrionischer Menschen (z.B. durch Stärkung der Selbstrepräsentanzen durch den körperlichen felt sense), die Internalisierungsschwäche histrionischer Menschen bei gleichzeitig starker Ich-Syntonheit ihres Verhaltens, ihre Therapeutentestungen u. v. a. m. Sehr aufschlussreich sind auch die Transkripte beispielhafter Sitzungen und deren genaue Analyse.

Der Appell auf Seite 59 für den Umgang mit erfolglosen Histrionikern: "Daher sollten Therapeuten auf alle Fälle alle verhaltenstherapeutischen Explorationen, Programme, Manuale, Lösungen u.a. absolut vergessen" und zwar deswegen, weil der Patient sich nicht den Anforderungen anpasse, unterstellt der Verhaltenstherapie unnötig ein unsensibles Vorgehen und enthält - als Anweisung- eine gewisse Eigenparadoxie. Aber die Botschaft selbst, dialektisch zu sein: Radikal komplementär und dennoch auch Neues einzubringen, ist ungemein wertvoll (siehe Seite 60f).

Das Buch vermittelt nicht nur Wissen, sondern dient auch als Leitlinie des therapeutischen Handelns! Das therapeutische Konzept ist durch die detaillierte Darstellung gut nachvollziehbar, sodass man mit Recht sagen kann, dass die Lektüre dieses Buchs Mut und Lust auf die therapeutische Arbeit mit Histrionikern macht! Wer mit dieser schwierigen Patientengruppe arbeiten möchte, sollte dieses Buch kennen!

8.11. Rainer Sachse: Histrionische und narzisstische Persönlichkeitsstörungen (2002)
Das Buch stellt ausführlich die narzisstische und histrionische Persönlichkeitsstörung dar: Es wird ausgeführt, was diese Störungen genau kennzeichnet, was ihr Alltagsverhalten charakterisiert, welche besonderen Probleme Klienten mit diesen Störungen im Therapieprozess aufweisen und wie Therapeuten konstruktiv damit umgehen können.

Dieses Buch ist das dritte in der Reihe von Büchern zu Persönlichkeitsstörungen: Es behandelt speziell das psychologische Funktionieren von Klienten mit histrionischer und narzisstischer Persönlichkeitsstörung und macht ausführliche Angaben zu den jeweils indizierten therapeutischen Strategien.

Die Arbeit mit Klientinnen und Klienten mit Histrionischer oder Narzisstischer Persönlichkeitsstörung stellt für viele Therapeuten eine besondere Herausforderung dar. Die Erwartungen der Klienten an die Therapeuten sind hoch, und dennoch werden therapeutische Angebote oft nicht angenommen. Zudem lassen sich häufig intransparente Interaktionsformen feststellen.

Im vorliegenden Buch werden Histrionische und Narzisstische Persönlichkeitsstörungen als Beziehungs- oder Interaktionsstörungen aufgefasst. Theoretisch fundiert werden die besonderen Interaktionseigenheiten, Erlebens- und Verarbeitungsweisen dieser Klientinnen und Klienten dargestellt.

Aus den spezifischen Modellen für die Störungen werden unter anderem therapeutische Strategien für die differenzielle Beziehungsgestaltung und die Bearbeitung intransparenter Interaktionsformen abgeleitet. Darüber hinaus werden für eine Vielzahl schwieriger therapeutischer Situationen praxisorientierte Vorgehensweisen beschrieben.

Das Buch bietet eine praxisorientierte Beschreibung therapeutischer Strategien zum Umgang mit Klientinnen und Klienten mit Histrionischer oder Narzisstischer Persönlichkeitsstörung.

8.12. Klärungsorientierte Psychotherapie der selbstunsicheren Persönlichkeitsstörung (2014)
M. Sachse, G. Müller, E. Diermann, R. Sachse
Pabst-Publishers

Personen mit selbstunsicherer Persönlichkeitsstörung sind sozial stark verunsichert, vor allem im Hinblick auf ihre Wirkung als potenzielle Partner. Ihre Befürchtungen sind tiefgreifender und generalisierter als bei sozialen Phobien, und ihre Schemata sind stärker affektiv geprägt und äußerst resistent gegen Änderungen.

Das Buch entwickelt ein psychologisches Modell der selbstunsicheren Persönlichkeitsstörung und geht auf die therapeutischen Ansatzmöglichkeiten ein. Insbesondere wird das Herausarbeiten ungünstiger Selbstschemata und deren Implikationsstrukturen («verdeckte Schemata»), die Bearbeitung dysfunktionaler Schemata und affektiver Schemaanteile sowie die Motivierung von Klienten im Hinblick auf die Ausführung konkreten Verhaltens dargestellt. Therapeutische Vorgehensweisen werden an Therapie-Transkripten illustriert, so dass der Leser einen konkreten Eindruck vom therapeutischen Vorgehen erhält. Insbesondere wird das Vorgehen des Ein-Personen-Rollenspiels ausführlich illustriert. Der Band erläutert praxisnah das therapeutische Vorgehen bei der Behandlung von Personen mit einer selbstunsicheren Persönlichkeitsstörung. Ziel der Interventionen ist eine effektive Schemaklärung und -bearbeitung sowie Klienten zu konkretem Handeln im Alltag zu motivieren.

Buchbesprechung des Schattauer Verlags (2015)

Rezension im Deutschen Ärzteblatt (10/2014)

Buchbesprechung des Schattauer Verlags (Nervenheilkunde 11/2015)

Rezension in der Zeitschrift „report psychologie“ (11/12-2016)

8.13. Klärungsorientierte Psychotherapie der dependenten Persönlichkeitsstörung (2013)
Für Therapeutinnen und Therapeuten sind Klienten mit dependenter Persönlichkeitsstörung auf den ersten Blick kooperativ und »pflegeleicht«; jedoch wird schnell deutlich, dass die Störung hoch ich-synton ist, die Klienten keine Änderungsmotivation zeigen und auf eine sehr spezielle Art manipulativ sind. Daher erweist sich die Initiierung von Änderungsprozessen als äußerst schwierig.

Das Buch analysiert die relevanten Schemata und »Spielstrukturen« von Klienten mit dependenter Persönlichkeitsstörung und das schwierige innertherapeutische Interaktionsverhalten und stellt therapeutische Strategien zum konstruktiven Umgang damit bereit. In ausführlich kommentierten Transkripten werden die therapeutischen Strategien illustriert, so dass diese gut nachvollziehbar und umsetzbar sind. Spezifische schwierige Interaktionen im Therapieprozess werden ebenfalls eingehend behandelt. Das Buch beschäftigt sich mit den psychologischen Gründen für das schwierige Interaktionsverhalten von Klienten mit dependenter Persönlichkeitsstörung und entwickelt Strategien zum konstruktiven therapeutischen Umgang.

Rezension im Deutschen Ärzteblatt (6/2014)

8.14. Klärungsorientierte Psychotherapie der zwanghaften Persönlichkeitsstörung (2015)
Reihe: Praxis der Psychotherapie von Persönlichkeitsstörungen, Band 7
Herausgeber: Rainer Sachse, Philipp Hammelstein, Thomas Langens

Die Zwanghafte Persönlichkeitsstörung ist eine stark ich-syntone Störung: Die Klienten orientieren sich selbst an extrem verbindlichen Normen und haben hohe Kosten, die sie aber meist in Kauf nehmen. Daher ist es schwierig, die Klienten für Veränderungen zu motivieren und sie dazu anzuleiten, ihre Normen Schritt für Schritt in Frage zu stellen.

Therapeuten müssen dem Klienten mit viel Empathie begegnen und mit viel Expertise die Kosten herausarbeiten und akzeptable Alternativen erarbeiten. Dazu müssen sie zum einen sehr zielgerichtet vorgehen, um die Prozesse der Klienten zu steuern. Zum anderen müssen sie aber auch sehr geduldig sein und es vermeiden, die Prozesse zu forcieren. Das Buch dient dazu, Therapeuten ein vertieftes Verständnis der Problematik zu vermitteln, und Vorgehensweisen aufzuzeigen, mit denen man die Klienten erreichen und ihnen helfen kann, ihre Lebensqualität erheblich zu erhöhen.

Rezension

Rezension aus der Zeitschrift „Verhaltenstherapie“ (Heft 26, S. 219-221)

Rezension aus der Zeitschrift „Psychotherapie aktuell“ (8. Jahrgang, Heft 3)

8.15. Rainer Sachse und Meike Sachse: Klärungsorientierte Psychotherapie der schizoiden, passiv-aggressiven und paranoiden Persönlichkeitsstörung (2017)
Klienten mit sogenannten „Distanz-Störungen“ (schizoide, passiv-aggressive und paranoide Persönlichkeitsstörung) sind zwar in der ambulanten Praxis relativ selten, bereiten in der Psychotherapie jedoch äußerst große Probleme. Sie zeichnen sich u.a. durch starkes Misstrauen – auch gegenüber dem Therapeuten – sowie durch mangelnde Änderungsmotivation, geringe Selbstöffnung, durch Probleme mit der internalen Perspektive sowie durch starke manipulative Strategien und z.T. durch hohe Aggressivität aus.

„Normale“ therapeutische Vorgehensweisen sind oft wenig hilfreich, und Therapeuten stoßen mit ihren Interventionen schnell an Grenzen. Das vorliegende Buch entwickelt daher auf der Basis einer integrativen psychologischen Theorie effektive therapeutische Strategien zur Beziehungsgestaltung, zur Motivierung von Klienten, zur Klärung und Bearbeitung von Schemata und zum Umgang mit schwierigen Interaktionssituationen. Die dargestellten therapeutischen Strategien werden anhand von kommentierten Transkripten illustriert.

8.16. Janine Breil und Rainer Sachse: Klärungsorientierte Psychotherapie der Borderline-Persönlichkeitsstörung (2016)
Während für die Emotionsregulationsstörung der Borderline-Persönlichkeitsstörung mit der Dialektisch-behavioralen Therapie ein wirksames Behandlungskonzept vorliegt, wünschen sich viele Therapeuten Unterstützung beim Umgang mit dem typischen dysfunktionalen Interaktionsverhalten ihrer Klientinnen. Genau dies können die Konzepte der Klärungsorientierten Psychotherapie bieten. So werden in diesem Band zunächst verschiedene Dimensionen zur Konzeptualisierung der Störung vorgeschlagen und mit dazu passenden Störungsmodellen beschrieben. Anschließend wird auf die konkrete praktische Umsetzung im Therapieprozess eingegangen: Es werden Überlegungen zur Therapieplanung bei gleichzeitigem Vorliegen verschiedener Problembereiche angestellt und dargelegt, wie Methoden der Beziehungsgestaltung integriert werden können. Auch die Konfrontation mit der Spielebene und die Klärung und Bearbeitung von Schemata anhand eines mit unterschiedlichen Persönlichkeitsanteilen arbeitenden Rahmenmodells wird anschaulich beschrieben. Beispiele und Transkripte veranschaulichen das konkrete Vorgehen und runden diesen empirisch fundierten, praxisorientierten Band ab.

8.17. Rainer Sachse und Marc Walburg: Umgang mit narzisstisch geprägten Klienten: Professionelles Fallverständnis und motivierende Therapie unter strafrechtlichen Bedingungen (2017)
Klappentext

Anders als in psychiatrischen und psychotherapeutischen Kontexten zeigen Straftäter und Straftäterinnen mit Therapieauflage meist nur geringe Bereitschaft zu Mitarbeit und Verhaltensänderungen, dafür aber besonders stark ausgeprägte dysfunktionale Eigenschaften: Narzisstische Störungen spielen bei vielen Klienten in der Forensik eine große Rolle. Der vorliegende Band gibt praktische Hilfestellung, wenn diese Klienten zu Zusammenarbeit und Veränderungen motiviert werden sollen.

Dabei wird auf das bereits ausgearbeitete Funktionsmodell und therapeutische Konzept der Klärungsorientierten Psychotherapie (KOP) zur Einschätzung und Behandlung von Klienten mit narzisstischen Störungsmerkmalen zurückgegriffen. Das differenzierte Funktionsmodell erfolgreicher und erfolgloser Narzissten ermöglicht den Zugang zu den Aspekten, die sich besonders stark auf das dysfunktionale Verhalten der Klienten auswirken.
 Von der Therapieauflage zur Therapiebereitschaft
 Konzept der "Klärungsorientierten Psychotherapie" (KOP)
 Funktionsmodell erfolgreicher und erfolgloser Narzissten
 Ziele: Motivation, Selbstregulation, Perspektiven

Zielführend, gut strukturiert und in verständlicher Sprache bietet dieser Band alltagstaugliche Hilfe für alle Berufsgruppen in diesem besonderen und besonders herausfordernden Arbeitsbereich.

8.18. Das Persönlichkeitsstörungs-Rating-System
Die Diagnostik von Persönlichkeitsstörungen ist schwierig. Das vorliegende Buch stellt ein Rating-System dar, mit dessen Hilfe Therapeuten schon zu Beginn der Therapie durch eine Analyse der Interaktionsprozesse Persönlichkeitsstörungen valide erfassen können.
Und sie können dies auch dann, wenn die Klienten eher die Tendenz haben, dem Therapeuten (noch) keine relevanten Informationen über sich selbst zu geben.

8.19. Persönlichkeitsstile bei Psychopathie
Das Buch behandelt die speziellen manipulativen Strategien, die von Personen mit einer psychopathischen Persönlichkeitsstörung realisiert werden und die sehr oft Interaktionspartner in große Schwierigkeiten bringen. Das Buch ermöglicht ein schnelles Erkennen und Analysieren der Spiele und es behandelt Therapien, damit konstruktiv umzugehen.


9. Satirische Ratgeber

Vorsicht: Satire!

Die folgenden Bücher sind „satirische Ratgeber“: Sie geben ihre Ratschläge nicht auf „normale“ (langweilige) Weise, sondern in Form von „paradoxen“ Ratschlägen, also so, wie man es „eigentlich“ nicht machen sollte.

Dadurch wirken sie humorvoll, unterhaltsam, provokativ und machen doch das, was sie sagen wollen, völlig klar.

Sie befassen sich damit, wie man sich eine psychosomatische Erkrankung „zulegen“ kann, wie man zum Narzissten wird, wie man seine Beziehung ruinieren kann, seinen Partner effektiv manipuliert, sein Leben oder seine Karriere ruiniert, und wie man seine Kinder nachhaltig falsch erziehen kann.

Man kann (!) de Bücher aber natürlich auch anders lesen und damit viel aus der Psychologie lernen und, wenn man Glück hat, viele Fehler vermeiden.


9.1. Rainer Sachse: Schwarz ärgern – aber richtig (9. Auflage, 2017)
Das Buch behandelt die Frage, wie man systematisch eine psychosomatische Erkrankung entwickeln kann: Das ist tatsächlich weniger schwierig, als man denken könnte, es sei denn, man hat von zuhause aus Gene mitbekommen, die einen auf gar nichts reagieren lassen!

Aber ansonsten muss man nur das Richtige zum richtigen Zeitpunkt tun und etwas Geduld mitbringen und schon wird der Körper entsprechend reagieren.

Begreifen Sie endlich die Entwicklung und liebevolle Pflege Ihrer Beschwerden als Herausforderung.

Psychosomatische Störungen sind »in«. Hat nicht jeder von uns mindestens eine? Heute leiden bereits Schulkinder an Streß. In manchen Gesellschaften gehört es mittlerweile zum guten Ton, ein Magengeschwür zu haben; wer keines hat, kann überhaupt nicht mitreden - schlimmer noch: man wird der Faulheit bezichtigt, man engagiere sich nicht genug, lege sich nicht ausreichend ins Zeug, gebe nicht sein Letztes.

Wer schnell und effektiv eine psychosomatische Krankheit entwickeln will, braucht dieses Buch. Zur Auswahl stehen in erster Linie Magen-Darm-Erkrankungen - ein Magengeschwür zu bekommen, das gelingt meist mit geringem Aufwand -, gefolgt von Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit dem Infarkt als Krönung, Schmerzen und Hauterkrankungen wie der allseits beliebten Neurodermitis. Manch ein Leser mag zu seiner Überraschung entdecken, daß er den einen oder anderen Ratschlag bereits befolgt.

Hauptsache ist, der Leser fängt nicht damit an, wovor der Autor eindringlich warnt, wenn er eine psychosomatische Störung entwickeln möchte, nämlich über sich selbst, seine Bedürfnisse und sein Leben nachzudenken. Man kann das Buch natürlich auch anders lesen und versuchen, das Gegenteil der Empfehlungen zu tun, um eine Entwicklung der Störung zu vermeiden. Aber das wäre ja langweilig und würde zu einem stinknormalen Durchschnittsleben führen.

9.2. Rainer Sachse: Selbstverliebt – aber richtig (9. Auflage, 2016)
In diesem Band wird der Frage nachgegangen, wie man sich selbst zu einem Narzissten entwickeln kann: Auf diese Weise lernt man aber auch Personen mit einem narzisstischen Stil kennen (oder sich selbst!) und man versteht auch, wie man effektiv mit einer solchen Person umgehen kann: Chefs, Arbeitskollegen, Freunde, Partner.
Und glauben Sie bitte, diese Personen sind häufiger, als man annimmt, daher lernen Sie etwas fürs Leben!

Gott vergibt. Ein Narzißt nie.

»Höher, schneller, weiter« lautet das Motto des echten Narzißten. Sie sind nicht nur gut, sie sind toll und vollkommen von sich überzeugt. Wenn auch Sie Karriere machen wollen, reich und berühmt werden, dann los. Was macht schon das winzige kleine Loch im eigenen Selbstbewußtsein? Vernachlässigbar.

Das Leben des Narzißten ist spannend, aufregend und von Erfolgen gekrönt: Als Narzißt sind Sie zielstrebig, leistungsorientiert, Sie schaffen es, andere vor Ihren Karren zu spannen, sind autonom, lassen sich nicht vereinnahmen, bestimmen die sozialen Regeln, kurz: Sie führen ein erfülltes und glückliches Leben. Unwesentliche »Nebenwirkungen« wie Beziehungskonflikte, Auseinandersetzungen mit Untergebenen, Vorwürfe, »egoistisch zu sein«, gesundheitliche Schäden (wie Bluthochdruck oder Herzerkrankungen) oder anhaltende Unzufriedenheit stecken Sie doch locker weg!

Mit einem Wort: Es lohnt sich, Narzißt zu werden, und dieses Buch hilft Ihnen dabei! Sollten Sie wider Erwarten so bleiben wollen, wie Sie sind, dann hilft Ihnen das Buch dabei, Narzißten besser zu verstehen und sich besser auf sie einzustellen.

Narzißt, der,
leidet unter einem instabilen Selbstwertgefühl. Einerseits fühlt er sich großartig und unübertroffen, ein anderes Mal zweifelt er an sich, fühlt sich minderwertig und depressiv. Er hat das ständige Verlangen nach Bewunderung durch andere und reagiert äußerst empfindlich auf Kritik

Rezension aus der Zeitschrift "Publik-Forum" (17/06)
Unterhaltsamer, satirischer Ratgeber, der im Stil von Paul Wazlawicks "Anleitung zum Unglücklichsein" narzisstisch geprägten Menschen paradoxe Ratschläge zum Erfolg gibt. Da es kaum einen Menschen geben wird, der nicht auch narzisstische Anteile sein Eigen nennt, dürfte das Bändchen für alle Betroffenen interessant sein - auch für diejenigen, die mit Zeitgenossen ähnlichen Typs zu tun haben. Ein Blick in die Liste der Narzissten-Typen führt unweigerlich zur Selbsterkenntnis: Der Manager, Machtmensch, Individualist, Kreative, aber auch die erfolglosen Narzissten wie die Träumer, die Benachteiligten, die Symptomträger und die Ungeduldigen - sie alle werden nicht vergessen. Spätestens am Ende der Lektüre mag man dem Autor glauben, dass das Leben des Narzissten zwar gesundheitlich gefährlich, aber gleichwohl amüsanter ist als das Leben anderer Menschentypen.

9.3. Rainer und Claudia Sachse: Wie ruiniere ich meine Beziehung – aber endgültig (8. Auflage, 2018)
Die meisten Menschen führen Beziehungen und sie merken schnell, dass dies das Komplizierteste ist, was man tun kann – dagegen ist die Relativitätstheorie Kinderkram!
Und man merkt schnell, was man alles falsch machen kann: Dennoch hilft Ihnen dieses Buch sicher, noch gravierendere und noch katastrophalere Fehler zu machen.
Andererseits können Sie aber auch auf elementare Aspekte aufmerksam werden und Fehler vermeiden – falls Ihnen das nicht zu langweilig wird.

»Haben Sie noch etwas mit Ihrem Mann gemeinsam?« - »Ja, wir haben am selben Tag geheiratet.«

Falls Sie in einer festen Beziehung leben, dann sollten Sie dringend darüber nachdenken, wie Sie diesen undynamischen Zustand abstellen können. Und sollte Ihre Beziehung bereits kriseln, dann benötigen Sie dringend Strategien, wie Sie aus der Krise ein handfestes Desaster machen können. Sie brauchen dieses Buch also auf alle Fälle, denn es sagt Ihnen, wie Sie mit einfachen Mitteln Ihre Beziehung innerhalb kürzester Zeit ruinieren können.

Zur Not läßt sich das Buch auch anders lesen: als Anregung dazu, bestimmte, häufig vorkommende und gravierende Fehler zu vermeiden, um somit eine Beziehungskrise zu verhindern oder sogar zu beenden. Man kann die Ratschläge auch so nutzen, daß man die Schwierigkeiten in der Beziehung analysiert, versteht und sein eigenes Handeln ändert. Aber das wäre ja langweilig und würde zu einer stinknormalen Beziehung führen, ohne Dynamik, ohne Mißverständnisse, ohne Teufelskreise und selbsterfüllende Prophezeiungen: kurzum öde, unattraktiv und ohne Herausforderung.

Claudia und Rainer Sachse haben es bislang noch nicht geschafft, ihre Beziehung zu ruinieren, und leben seit 21 Jahren glücklich zusammen.

Rezension aus der Zeitschrift „wir eltern“
Natürlich ist der Titel ironisch gemeint. Obwohl: Bei genauer Betrachtung scheinen sehr viele Paare tatsächlich jeden Anlass für Missverständnisse, Ärger und Frust zu nutzen, um daraus eine Krise entstehen zu lassen und damit die Beziehung langsam zu vergiften. Das Therapeuten-Ehepaar Rainer und Claudia Sachse hat es bisher nicht geschafft, seine Beziehung zu ruinieren und lebt seit 21 Jahren zusammen. Ihre Ratschläge lesen sich deshalb auch anders: als Anregung dafür bestimmte häufig vorkommende und gravierende Fehler zu vermeiden und somit eine Krise zu verhindern bzw. zu beenden. Für Anfänger klingt das zum Beispiel so: „Loben Sie Ihren Partner nie, gehen Sie davon aus, dass alles, was der Partner gut macht, selbstverständlich ist und keiner Anerkennung bedarf“ Die Spielchen der Fortgeschrittenen, die bisher also keinen endgültigen Erfolg im Ruinieren ihrer Beziehung hatten, sind entsprechend raffinierter: Sie heißen „Blöd Spiel“ („Ich bin dumm und du bist schlau“) oder „Armes Schwein“ („Ich bin ja so arm dran“) oder „Immer-ich-Spiel“. Es gibt viele Möglichkeiten, sagen die Autoren zum Schluss, eine Beziehung zu pflegen oder sie gegen die Wand zu fahren. „Diese Entscheidung liegt immer bei Ihnen. In jedem Fall wünschen wir Ihnen viel Erfolg!“

Doris Michel

Rezension vom ekz-Informationsdienst
Methodisch ähnlich wie in Schwarz ärgern - aber richtig (BA 10/03) geht der Psychotherapeut Sachse, diesmal in Kooperation mit seiner Frau, das Thema Beziehungskrisen und deren Bewältigung nach Art der Provokativen Therapie an: Die Autoren treiben sowohl für den Anfänger als auch den Fortgeschrittenen diverse Strategien und “Interaktionsspielchen“, die in Beziehungen und Ehen immer wieder auf der Agenda stehen, auf die Spitze und wollen mit dieser satirischen Brechung den Leser im wahrsten Sinne des Wortes vor den Kopf stoßen und Nachdenken und ggf. Veränderung anregen. Damit begriffsstutzige Nutzer auch mitbekommen, was nun erwünscht ist und was nicht, helfen die Autoren mit entsprechenden Icons in Smiley-Format aus. Gern empfohlen für Leute, die bei allem Beziehungs-Frust auch über den Dingen stehen können. (Das Autorenpaar zumindest hat es in 21 Ehejahren nicht geschafft, seine Verbindung gegen die Wand zu fahren).

Uwe-Friedrich Obsen

Rezension aus der Zeitschrift "Gehirn & Geist" 01/08:
Mit Rainer Sachse nimmt sich ein renommierter Beziehungsexperte eines selten aus berufenem Munde kommentierten Themas an: der Manipulation. Die moralische Keule schwingt er dankenswerterweise nicht, sondern betrachtet unlautere zwischenmenschliche Manöver stattdessen pragmatisch - offene Kommunikation sei eben unbequem, weil sie manchmal leidige Diskussionen und Kompromisse nach sich ziehe. Ein Loblied auf die Hintergedanken beim Jammern, Schmeicheln und Augenklimpern singt Sachse jedoch nicht, im Gegenteil mahnt er, sich der eigenen Manipulationsversuche bewusst zu werden und vorsichtig zu dosieren, denn langfristig brächten sie Unfrieden ins traute Heim. Ein unterhaltsames, doch leider oft klischeereiches Lehrstück über die schwarze Kunst des Beziehungsmanagements.

Rezension des ekz-Informationsdienst (ID 44/07 - BA 12/07):
Der Klinische Psychologe ist bereits durch ähnliche augenzwinkernd-provokative Lebenshilfe-Ratgeber aufgefallen ("Wie ruiniere ich meine Beziehung …": BA 12/05; "Schwarz ärgern - aber richtig": BA 10/03). Hier geht es um den Umgang mit manipulativen Machtspielen in Zweierbeziehungen. Anders als z.B. K. Ackermann-Stoletzky (BA 5/05), die derartiges Gebaren von vornherein als destruktive Strategie deutet, kann Sachse dem Phänomen - wenn es richtig dosiert werde - nur Positives abgewinnen und betrachtet es als "Salz in jeder Beziehungssuppe". In diesem Sinne stellt er ein ganzes Strategienbündel zum spielerischen Umgang mit typischen manipulativen Interaktionen in der Beziehung vor: um Aufmerksamkeit vom Partner zu bekommen; Bewunderung zu erhalten; sich unentbehrlich zu machen; den Partner auf Distanz zu halten. Setzen diese Strategien den Leser in die Lage zu manipulieren, ohne die Beziehung zu gefährden, vermittelt Sachse auf der anderen Seite Hilfen zum Schutz auch vor bösartigen Manipulationen gegen die eigene Person. - Origineller und wirksamer Beitrag zur Partnerschafts- und Selbsthygiene. (2)

Ein Beitrag für MDR Figaro von Bettina Baltschev
Anmoderation:
Wenn der Haussegen schief hängt, gibt es nicht wenige, die zu Beziehungsratgebern greifen und die tragen dann so eingängige Titel wie „Ich will bleiben, aber wie?“ oder „Das Geheimnis wundervoller Beziehungen“.

Es geht allerdings auch anders. Der beste Weg, Problemen in der Beziehung aus dem Weg zu gehen, ist, die Beziehung zu beenden. Das jedenfalls sagten sich Rainer und Claudia Sachse. Das Psychologenpaar hat jetzt ein Buch geschrieben „Wie ruiniere ich meine Beziehung — aber endgültig.“ Bettina Baltschev, glücklicher Single, hat es, natürlich völlig unbefangen, für uns gelesen.

Beitrag:
Manfred Krug
Lass ab, lass ab, hör auf damit, das geht mir auf die Nerven! Hör auf, hör auf, genug davon, das geht mir auf die Nerven! Ich versprach dir hundertmal, dass beinah gar nichts mit ihr, war, nur höchstens nahm mich ihr feuerrotes Haar, ein bisschen für sie ein. …

Nur dass das gleich klar ist, ich brauche keinen Beziehungsratgeber. Und ich brauche auch keinen Ratgeber, der mir sagt, wie ich eine Beziehung beende. Es war reine Neugier, das Interesse am Schicksal meiner Mitmenschen, das mich zu diesem Buch greifen ließ. „Wie ruiniere ich meine Beziehung, aber endgültig“. Schon der Titel ist Selbstmord.

Ulla Meinecke
Räum deine Sachen raus, dein Unschuldslachen raus, pack deine Sprüche ein, die Flüche obendrein, dein Pinup-Magazin, Motorradbatterien, räum deine Socken raus, denn heute ziehst du aus.

Also, ich habe das Buch gekauft und an der Kasse einfach behauptet, es wäre ein Geschenk. Die Kassiererin hat nur mitleidig gelächelt. Aber was steht denn nun drin in diesem Ratgeber?

Es gibt zwei Teile: Ratschläge für Anfänger und Ratschläge für Fortgeschrittene. Die für Anfänge lauten zum Beispiel:

Räumen Sie regelmäßig den Schreibtisch Ihres Partners auf.

Stellen Sie je Beziehung immer wieder grundlegend in Frage.

Gehen Sie davon aus, dass Ihr Partner Telepath ist und sie ihm deshalb nichts erklären müssen.

Das klingt logisch. Falls mir doch mal wieder eine Beziehung passiert, werde ich diese Ratschläge sofort anwenden. Bei Fortgeschrittenen scheint die Sache etwas komplizierter. Offensichtlich tun die sich schwerer mit dem Beenden ihrer Beziehung, die vielleicht sogar schon in eine Ehe ausgeartet ist. Hier empfehlen Rainer und Claudia Sachse Rollenspiele. Zum Beispiel das „arme-Schwein-Spiel“:

Ich kann nicht mit zu deinen Eltern gehen, ich kann deine Mutter nicht ertragen! Wenn ich ihr nur fünf Minuten zuhöre, bekomme ich unerträgliche Kopfschmerzen und die habe ich dann drei Tage lang!

Ich sage es doch, keine Beziehung, keine Schwiegereltern, keine Kopfschmerzen. So einfach ist das. Ist doch auch irgendwie mutig, das mal aufzuschreiben, was andere bisher nur gedacht haben. Immer dieses Gerede, man müsse sich zusammenreißen, aneinander wachsen, Verständnis zeigen. Das führt doch letztlich zu nichts. Oder nehmen wir das „ich-kann-doch-nichts-dafür-Spiel“:

Ich kann für gar nichts etwas! Ich bin nicht schuld an und nicht verantwortlich für meine Probleme! Zeige Verständnis für mich! Stelle keine Anforderungen an mich! Hilf mir, mein Problem lebbar zu machen!

Genau, lebbare Probleme, darum geht es. Wozu reden, sich vertrauen, gar Fehler zugeben. Das sind Methoden aus der Hippie-Zeit. Letztlich geht es doch um das Individuum. Ich lebe mit meinen Problemen eigentlich ganz gut und was das Beste ist, ich muss sie mit niemandem teilen! Schön ist auch das „ich-bin-der-Bestimmer Spiel“:

Ich will nicht kritisiert werden! Ich will in der Schlange vorgelassen werden, weil meine Zeit viel wichtiger ist als die anderer Leute! Mir steht eine besonders respektvolle Behandlung zu

Respektvolle Behandlung. Ich will, dass man auf mich Rücksicht nimmt, das habe ich mir verdient. Ich möchte mich nicht anstrengen, ich möchte nicht an mir arbeiten. Das ist ein ganz schön kluges Buch. Man weiß hinterher genau, was man machen muss, um seine Beziehung zu ruinieren. Oder gerade nicht? Naja, so richtig konsequent sind die Autoren nicht und am Ende kommt das große Augenzwinkern:

Sie verstehen, lieber Leser, dass wir das eigentlich ganz anders meinen. Na, da wären wir Leser jetzt aber von alleine nicht drauf gekommen.

Trotzdem, besser man fängt so etwas wie eine Beziehung gar nicht erst an. Oder um es mit dem Worten einer Kreuzberger Hauswand zu sagen: Lieber einen wackeligen Kneipentisch als eine feste Beziehung.

Und allen, die es schon erwischt hat, die schuldlos in eine Beziehung hineingerutscht sind, empfehle ich dringend die Lektüre dieses Buches „Wie ruiniere ich meine Beziehung - aber endgültig.“ Es lohnt sich.

Manfred Krug
Wirklich weiter war nichts, nichts zwischen uns. Glaub mir, weiter war nichts, gar nichts, und wenn du‘s nicht glaubst, ja dann musst du‘s lassen.

Abmoderation:

Hier handelt es sich offensichtlich um einen Ratgeber, der einen gewissen Grad an Ironieverständnis voraussetzt. Aber vielleicht hilft ja auch eine Prise Humor, wenn man nicht mehr so recht weiter weiß, mit dem Partner und der Partnerin. Die Autoren Rainer und Claudia Sachse sind jedenfalls seit 22 Jahren glücklich verheiratet. Ihr Buch „Wie ruiniere ich meine Beziehungaber endgültig“ ist im Klett-Cotta Verlag erschienen und kostet 12,50 Euro.

Rezension aus der Zeitschrift "WMW - Wiener Medizinische Wochenschrift"(15/16/06)
Eine Beziehung wird eingegangen, weil man glaubt, gemeinsam mehr zu erreichen: Sicherheit, Glück, Zufriedenheit, Solidarität, etc. Da aber jeder der Partner nicht aufhört, ein eigenes Individuum zu bleiben, bedeutet es kein Verschmelzen, sondern die unterschiedlichen Lebensgewohnheiten, Wünsche und Ansichten ständig im Sinne von Kompromissen übereinzustimmen, sodass sie (zumindest einigermaßen) zusammen passen. Das ist kein Momentan-Aspekt, sondern er besteht während des ganzen Andauerns einer Beziehung, das heißt: muss bestehen, sonst dauert die Beziehung nämlich nicht an.

Leider lernt man "Beziehung" nirgends perfekt. Die Elternbeziehung kann gut gewesen sein oder auch ein negatives Vorbild liefern. (Hoch-)Schule liefert lexikalisches Wissen, aber wenig Verhaltensstrategie (respektive diese wieder nur nebenbei, wenn man offene Augen und Ohren hat). Unser Hirn ist "verstopft" (so hat es ein anderer Paartherapeut genannt) mit hunderten völlig falschen Stereotypien von schöner Literatur über Hollywoodklischees, Promiententalks in Fernsehen und Illustrierten bis zur Kinderliteratur. Wir sind in der heutigen Zivilisation eigentlich alle ziemlich allein gelassen mit dem eigenen Lernen am Fehler (try and error). Viele ältere Menschen sagen seufzend: "Hätte man mir das nur früher gesagt!"

Das vorliegende Buch will also einiges "früher sagen", bevor man unwiederbringlich auf die Nase gefallen ist. Das "endgültig" im Titel heißt eigentlich: "Wie kann ich das Endgültige vermeiden?" Ein Fehlstereotyp: Wahre Liebe hält ewig. In Wahrheit ändert sich jeder der beiden Menschen und ihre Beziehung laufend, und man muss darauf gefasst sein und darauf immer wieder flexibel eingehen. Loben Sie ihren Partner nie. Gehen Sie davon aus, dass alles, was der Partner gut macht, selbstverständlich ist und keine Anerkennung bedarf. Wenn Sie es so hören, werden Sie es selbst für absurd halten, und doch wird es vielfach so gemacht und Beziehungen scheitern daran. Statt zu wissen, dass Anerkennung wie ein Futter ist: Wenn man es konsumiert und aufgebracht hat, braucht man immer wieder neues Futter. Solidarität ist eine Grundvoraussetzung für das Fortdauern jedweder Beziehung. Das heißt in Kurzform: Wenn er sich ein Bein bricht, sollte Sie ihm empathisch entgegen kommen, nicht mit dem "…. siehst du, das hast du davon, ich habe es dir immer schon gesagt mit dem blöden Extremsport!"

Mein Partner gehört mir ganz allein, es muss alles gemeinsam gemacht werden. Das geht natürlich nicht, der Mensch braucht sein Privatissimum. Typische Beispiele: sein Arbeitszimmer, seine Briefpost, sein Tagebuch.

"Wenn der Partner mich lieben würde, dann könnte er mir die Wünsche von den Augen ablesen" ist auch so eine Fehlstereotypie. Selbst gute Partnerschaft macht niemanden zum Telepathen. Wer nichts sagt, ist selber Schuld!

Es gibt gewisse typische Rollen, in die sich der eine oder der andere Partner begibt, um den anderen zu entwaffnen und/oder unter Druck zu setzen. Man ist das "arme Schwein", das Leiden ganz deutlich zeigt und daher getröstet und verhätschelt werden muss. Oder man zeigt, dass man eigentlich nichts dafür kann und die widrigen Umstände einen zu etwas gebracht haben oder dass man Opfer anderer Personen geworden ist und eigentlich nur bedauert werden muss. Praktikabel ist es auch zu zeigen, dass man zu irgendetwas (sei es Autoreparatur, sei es Wäsche waschen) völlig ungeeignet und untalentiert sei, der andere aber Spezialist dafür und er das daher unbedingt übernehmen sollte, etc., etc.

Es werden in dem Büchlein also einige (keineswegs alle) Fehlverhalten relativ drastisch und plakativ aufgezeigt, wie sie sich in der Paarheziehung (Jugend bis Alter) nicht nur ergeben können, sondern häufig ergeben. Die beiden Autoren kommen aus der praktischen Psychotherapie und bringen ihr psychologisches Wissen leicht verdaulich ein.

Das griffige und kleinformatige Buch ist auch sehr gut dazu geeignet, dass es vom Therapeuten dem Patienten als Lektüre empfohlen werden kann.

Gerhard S. Barolin / Wien

9.4. Rainer Sachse: Wie manipuliere ich meinen Partner – aber richtig (2. Auflage, 2010)
Ob Sie es glauben oder nicht: Jeder von uns manipuliert – daher ist es nicht „ehrenrührig“ zu manipulieren!
Aber: Es bestehen zwischen Menschen große Unterschiede, in welchem Ausmaß diese manipulieren: Und daher hilft Ihnen dieses Buch, Ihre Fähigkeiten zu erweitern! Spannen Sie den Partner ein, lassen Sie ihn machen, er schafft das!
Andererseits können Sie aber auch lernen, Ihre Manipulation zu kontrollieren oder Manipulationen anderer zu erkennen und wirksam zu vereiteln.

Das Salz in jeder Beziehungssuppe

Seien Sie ehrlich - auch Sie manipulieren Ihren Partner nach Strich und Faden. Und natürlich werden auch Sie täglich manipuliert, manchmal merken Sie es sofort, manchmal später oder gar nicht. Aber Vorsicht: Das Manipulieren kann auch nach hinten losgehen, und damit gefährden Sie Ihre Beziehung.

»Du, Schatz, kannst du mal den Müll in den Container werfen? Der Deckel öffnet sich so schwer.« Natürlich ist das gelogen, aber Sie spielen das Spiel mit in der Gewissheit, dass Ihr Partner dafür das Abendessen kocht. Denn dabei stellen Sie sich immer äußerst ungeschickt an. Das sind die alltäglichen Manipulationsspielchen der harmlosen Art. Aber es gibt auch die bösartigen und intriganten Strategien, und die sollte man durchschauen lernen, denn nur so kann man sich vor ihnen schützen.

Dieses Buch zeigt Ihnen, wie Sie eigene Strategien richtig und erfolgreich einsetzen, wie Sie aber auch die Manipulationsversuche ihrer Partner durchschauen und angemessen darauf reagieren. Richtiges Manipulieren gefährdet nicht etwa Ihre Beziehung, nein, es tut ihr sogar gut und macht das Zusammenleben spannend.

Rezension des Online-Journals "Systemagazin"
(26.07.2008, Wolfgang Traumüller, Worms: Die Hohe Schule der Manipulation):

Pfui, wer mag das schon! Und wenn es sie oder ihn schon einmal oder gar öfters verlockt hat, wer mag das schon zugeben? Manipulieren - etwas "fingern" also, mit einem geschickten, kunstfertigen, unbemerkten Handgriff, Kniff, das riecht gemeinhin nach Intransparenz, Machtmissbrauch und Unlauterkeit, nach Illusionskunst, zauberischer Täuschung, Zwielicht! Und wer steht dort schon gerne, jedenfalls öffentlich, wo anderer Leute Finger auf ihn zeigen? Als wären der Peinlichkeiten nicht genug. Wir verfügen ja noch über ganz andere Mittel als Fingerfertigkeiten. Die Sprache sei dem Menschen gegeben, um seine Gedanken zu verbergen, bemerkte vor 200 Jahren schon Talleyrand gegenüber dem spanischen Botschafter. Das hat sich bis heute nicht verändert. Viele haben es probiert: es geht! Und wenn Wittgenstein sie als eine "Verhexung des Geistes" bezeichnete, lag er damit gar nicht falsch. Aber inzwischen sind wir noch viel weiter. Er hatte von der beharrlichen Wühlmausarbeit unseres limbischen Systems noch nicht die mindeste Ahnung, das ganz heimlich, still und leise den grauen Zellen im Oberstübchen unseres Gehirns ebenso unbewusst wie beharrlich ein Schnippchen nach dem anderen schlägt und sie dabei in dem frommen Glauben lässt, es sei alles unter Kontrolle. Unterdessen sind alle wesentlichen Entscheidungen bei ihm längst gefallen. Manipulation, und das im eigenen Körper und am eigenen Geist - sprachlos und ohne dass auch nur ein halber Finger krumm gemacht wurde, geschweige denn irgend auch nur einer irgend etwas bemerkt hätte! Unsere geliebten Denkschablonen vom freien Willen wurden durch die Erkenntnisse der neueren Hirnforschung erheblich strapaziert, dass selbst die Jurisprudenz über ihre Grundlagen ins Grübeln kommt. Auch den früheren Beigeschmack des Manipulierens haben sie verändert, jedoch nicht beseitigt. Besonders in Kontexten mit strengen Normen, hohen moralischen Ansprüchen, einer Abhängigkeit von der Meinung anderer, einer Angewiesenheit auf Glaubwürdigkeit, wie dies etwa in Kirchen, Gewerk- und Genossenschaften, Lehranstalten aller Art, aber auch Banken, großen Wirtschaftsunternehmen wie kleineren Firmen, Ehen, Partnerschaften und weiteren Zwangskontexten und Tendenzbetrieben aller Art der Fall ist, ist es noch immer nicht nur oberpfui, sondern auch obergefährlich! Manchmal schon die Rede, in jedem Falle aber, sich dabei erwischen zu lassen. Wie angewurzelt stehen dann die Betreffenden und Betroffenen da. Nicht nur die Verführung ist groß, sondern gelegentlich ebenso die Angst. Manipulation lebt ja von und führt in die Exkommunikation, so oder so. Und, ach, wer war da nicht schon dabei: vom Wirtschaftsboss bis zum Büroboten, von der Bischöfin bis zum Küster, vom Schulrat bis zum Pedell, ob hoch gestellt oder niedrig, ob alt oder jung, ob Mann oder Frau? Besonders unter Partnern und in nahen Beziehungen, wo die Grenze zwischen drinnen und draußen messerscharf und damit fast unkenntlich ist - vor dem Schnitt, ist es besonders heikel und schmerzt besonders. Jede tut es und am besten ist darum, man tut es richtig! So lautet jedenfalls der Rat von Rainer Sachse, Professor für Klinische Psychologie an der Ruhr-Universität Bochum, Gesprächs- und Verhaltenstherapeut und als Leiter des dortigen Instituts für Psychologische Psychotherapie einer der deutschen Spezialisten für kognitive Verfahren.

Was läge also näher, als ein kompakter und ordentlicher Grundkurs? Einsteigern vermittelt Sachse die „Basics“ und Fortgeschrittenen die Strategien für das erfolgreiche Operieren in der Twilight-Zone. Denn wie soll etwas gelingen, von dessen Grundbegriffen man keine Ahnung hat, wo man erfolgreiches Führen von Marionetten nur von der Augsburger Puppenkiste kennt, wo Transparenz und Authentizität allzu hohe Werte sind, man perfekte Dosierung mit Vorratshaltung verwechselt und Beziehungssuppen nicht zu salzen weiß. Bereits die rechte Eröffnung des Spiels ist eine hohe Kunst, ebenso die Eleganz der Züge und des Fadenspiels und die Effektivität der Verfahren in Angriff und Abwehr nicht minder. Denn Vorsicht, auch Opfer können lesen, manchmal jedenfalls, und manchmal kehren sich die Rollen um in anderen Spielen und Besetzungen! Auch sie erfahren also, wie man Aufmerksamkeit erringt um jeden Preis, mit positiven oder negativen Strategien, mit mehr oder weniger Risiko, als Alleinunterhalter, durch attraktiv, erotisch, sexy, geheimnisvoll oder unnahbar sein, durch Druck und Kontrolle, Jammern und Klagen, Nörgeln und Dornröschen spielen oder es sich schlecht ergehen lassen, jedenfalls der Darstellung nach. Auch die manipulierten Opfer erfahren, wie man Bewunderung erheischt durch die "Mein Haus, mein Boot, mein Auto"- oder die Individualisten-Strategie, lernen, wie sie den Partner an sich binden, indem sie sich unentbehrlich machen mit einem "Ich tue alles für Dich!" oder "Entscheide Du für mich!" und erfahren, wie man sich andere vom Hals hält durch Abprallen lassen, passiven Widerstand, die "Es ist alles in Ordnung, Schatz!"- oder die Rabattmarken-Strategie. Ein Lernbuch über richtiges Manipulieren, auch wenn es ein ganz kleines ist, ist also immer auch eines über richtiges Sabotieren im Manipulationssumpf und über den Ausstieg aus der Marionettenrolle, egal ob die Fäden nun aus Draht oder aus Seide sind!

Natürlich birgt all das nicht unerhebliche Risiken. Aber so ist das im Leben - da gibt es nichts zu lachen! Man muss sie sehen, und man muss ihnen zu begegnen wissen, denn jeder trägt sie selber samt der Folgen, wenn der Schuss nach hinten losgeht. Auch Sachse verrät da kein Geheimnis, wenn er auf sie hinweist. Dass das ganze am Ende bei dem einen oder der anderen wie eine paradoxe Intervention wirken kann, ist nicht in jedem Falle zu vermeiden und ein Risiko auch dieses Buches, mit dem der Verfasser wie die Leserin leben muss.

Manipulieren will nicht nur gelernt, sondern vor allem getan werden, und es drängt jederzeit ans Licht. Das ist für alle spannend oder gar aufregend und gelegentlich nicht unvergnüglich, wie dieses gelungene Büchlein. Darum wohl das schmale Brusttaschenformat, durch das man es nicht nur vor neugierigen Blicken in Bus oder Bahn schnell verschwinden lassen, sondern es stets auch am Herzen tragen kann -dessen Sinnen und Trachten nach den Lehren der biblischen Weisheitsbücher ja böse ist von Jugend an- und darum wohl auch die erkennbar schamrote Hülle, wenn man es aus der Tasche zieht. Aber ganz drinnen, dort, wo die Dinge sind, wie sie wirklich sind, strahlt es trostvoll in reinstem Gelb, so lauter wie Gold und so leuchtend wie die Sonne - wenn man einmal absieht von den unter massiven Druck gesetzten, vielen Seiten geschwärzten Papiers, denen -gleich einem Edelstein und dem Leben selbst- eine schöne Fassung unbedingt gut tun. Ach, welch verführerischer Schliff - und was für sündhaft schöne Lehren! Zum taumeln gut nach soviel Abreibung... und zum Weiterschenken!

Wolfgang Traumüller

Rezension von Dr. Rudolf Sanders:
Die meisten Paare wollen ihr Miteinander in Zufriedenheit und Entspannung gestalten. Und wenn dies gelingt, bedeutet diese Partnerschaft eine Gelegenheit, sich immer mehr zu dem Menschen zu entwickeln, der in einem angelegt ist. Die Paare, denen es nicht gelingt und die darüber hinaus mutig sind, ihrem Nicht-Gelingen auf die Spur zu kommen, werden in diesem kleinen Buch sich selbst auf die Schliche kommen. Ohne jede Bewertung geht Sachse davon aus, dass Manipulation tagtäglich stattfindet, ja, dass sie sogar zum Salz in der Suppe einer Beziehung werden kann, wenn man sie als eine Art Herausforderung oder Spiel begreift. Aber um dieses Spiel spielen zu können, gilt es zunächst einmal zu entdecken, welche Manipulationsstrategien angewendet werden und welche Ziele mit ihnen beabsichtigt sind. In einer nahen Beziehung geht es insbesondere um die Themen Aufmerksamkeit, Bewunderung und um Strategien, den Partner an sich zu binden. Bezogen auf einzelne Intentionen, etwa die, den Partner an sich binden zu wollen, werden Manipulationsstrategien vorgestellt wie: "Ich tue alles für Dich!" Oder: "Entscheide du für mich, mein Schatz!". Neben den Vorteilen der einzelnen Strategien wird immer auch warnend darauf hingewiesen, ab welchem Zeitpunkt sie beziehungstoxisch werden können und dann das genaue Gegenteil von dem bewirken, was sich der Manipulator eigentlich wünscht. Lustvoll geschrieben hilft das Buch, durch Selbstironie das Miteinander immer authentischer werden zu lassen. Eheberatern und Paartherapeuten wird es von großem Nutzen sein, implizite Beziehungsmuster ihrer Klienten zu erkennen und zu dechiffrieren und so den Boden für beziehungsförderliche Verhaltensweisen zu bereiten.

9.5. Rainer Sachse: Wie ruiniere ich mein Leben – und zwar systematisch (95 Auflage, 2016)
Auch was das Leben betrifft, gibt es viele Möglichkeiten, Fehler zu machen, falsche Entscheidungen zu treffen, falsch zu handeln.
Auch darin kann man ein Naturtalent sein, aber es gibt dennoch immer noch Möglichkeiten, besser zu werden: Dieses Buch hilft Ihnen ganz sicher dabei! Und Sie sehen, es ist gar nicht schwierig: Eine einzelne Entscheidung kann Ihr Leben nachhaltig verdüstern!
Aber wiederum können Sie auch aufmerksam werden für typische Fehler, die man recht leicht machen kann, für typische „Fallen“, die sich auftun. Und Sie können erkennen, dass Sie Fehler ebenso leicht vermeiden, wie machen können, und: Das Ganze macht auch noch Spaß! Was wollen Sie mehr?

Der Ratgeber fürs Leben: Ruinieren Sie los!

Unglaublich! Ihr Leben bewegt sich in ruhigen und geordneten Bahnen? Diesen langweiligen Zustand sollten Sie unbedingt abstellen.
Lesen Sie dieses Buch, und Ihr Leben wird sich in eine handfeste Katastrophe verwandeln. Sie werden sehen, das ist gar nicht schwer.

Wir garantieren Ihnen 100%iges Scheitern mit dem neuen Sachse-Ratgeber. Natürlich lässt sich dieses Buch auch anders lesen: als Anregung dazu, Fehler und Fallen, die sich ständig im Leben ergeben, zu erkennen und wirkungsvoll zu vermeiden. Ein zufriedenes und erfülltes Leben zu führen ist gar nicht so schwer!

- Leben Sie an Ihren Bedürfnissen vorbei!
- Ignorieren Sie Ihre Wünsche und Träume!
- Boykottieren Sie die Realität!
- Geben Sie die Verantwortung für Ihr Leben ab!
- Drücken Sie sich vor Entscheidungen!
... und vor allem:
- Halten Sie sich selbst für einen totalen Versager!

8.6. Rainer Sachse & Annelen Collatz: Wie ruiniere ich meine Karriere – und zwar systematisch! (2012)
Was die eigene Karriere betrifft, so wird schnell deutlich, kann man falsche Wege einschlagen, in Fettnäpfchen treten (oder in Badewannen von Fett fallen) und es nachhaltig bereuen.
Hier erhalten Sie dazu eine enorme Erweiterung Ihrer Möglichkeiten: Es werden Fehler aufgezeigt, auf die Sie noch gar nicht gekommen sind! Sie werden begeistert sein!
Andererseits kann man aber erneut auf Probleme und Schwierigkeiten rechtzeitig (!) aufmerksam werden und damit auch ein paar richtige Entscheidungen treffen.

Lassen Sie kein Fettnäpfchen aus, es lohnt sich!

Überlegen Sie es sich gut: Wenn Sie der berufliche Erfolg verwöhnt, stehen Sie oben auf der Karriereleiter ganz allein! Wollen Sie das wirklich? Damit es erst gar nicht so weit kommt, helfen wir Ihnen gern beim sicheren und vor allem schnellen Abstieg.

Hier die Top 3 der K.O.Kriterien für Ihre rasante Karriere:
1.
Spielen Sie den Dramatiker! Ob Heulsuse oder Choleriker, lassen Sie Ihren Gefühlen einfach freien Lauf. Seien Sie sicher, ein Auftritt dieser Art wird bei Kollegen und Vorgesetzten einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.
2.
Werden Sie zum Soziallegastheniker! Einfühlsamkeit wird völlig überbewertet, setzen Sie ruhig auch mal den Holzhammer ein, Sie sind ja schließlich nicht zum Kuscheln da.
3.
Konflikte lösen sich von allein - also halten Sie sich zurück! So kann der Konflikt in Ruhe weiterschwelen und der Großbrand ist nicht mehr weit.

Rezension
Rainer Sachse ist Professor an der Ruhr-Universität Bochum und hat sowohl im Bereich der seriösen Psychotherapie und Klinischen Psychologie als auch im Bereich der psychologischen Ratgeber (zuletzt BA 1/10) publiziert. Zusammen mit einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin, ebenfalls aus Bochum, beschreibt Sachse wie üblich in seinen Ratgebern ironisch und provokativ, mit welchen Strategien und Verhaltensweisen man seine Karriere ruiniert.

Soziale Intelligenz und Beziehungsverhalten, Kommunikation, Konfliktverhalten, Entscheidungsverhalten, Umgang mit Emotionen und die Jobwahl als solche werden unter die Lupe genommen. Die Autoren geben Tipps und erläutern, wie man sich in bestimmten Situationen garantiert in die Nesseln setzt und seinen beruflichen Fortgang gefährdet.

Informativ, mit einer Fülle von guten Ratschlägen, die allerdings mit umgekehrten Vorzeichen zu lesen sind. Fundiert und trotzdem kurzweilig zu lesen ist dieser Titel, der sicher ein breites Zielpublikum anspricht. Trotz des breiten Titelangebotes im Bereich der Karriere-Ratgeber zur Ergänzung oder Aktualisierung empfohlen.

Sabine Roeske

8.7. Rainer Sachse und Jana Fasbender: Kinder falsch erziehen – aber richtig (2016)
Kinder richtig zu erziehen, ist schwierig: Als Elternteil kann man ganz sicher nie alles richtig machen! Aber man kann auch hier mühelos noch dazulernen!
Das Buch gibt eine Fülle von Möglichkeiten, Kinder auf sehr vielfältige Weise systematisch zu sabotieren.
Aber Vorsicht: Satire! Dies ist ein satirischer Ratgeber!
Es wäre hier wirklich gut, Sie täten das alles nicht, sondern würden es nur als Hinweise dafür sehen, was man alles falsch machen kann.
Und, was wirklich wichtig ist: Wir gehen davon aus, dass das beste Mittel zu einer guten Erziehung eine gute Beziehung ist: Das Buch macht deutlich, was man tatsächlich für eine solche Beziehung tun kann. Allerdings kann es einem auch klarmachen, wie leicht man sie gefährden kann.
Und vielleicht werden Sie, in humorvoller Weise, an Aspekte Ihrer eigenen Kindheit erinnert.

»Dein Cousin hat aber kein Problem in Mathe.«

Ihr Kind ist agil, fröhlich, selbständig und voller Überschwang? Diesen Zustand sollten Sie unverzüglich abändern, bevor es völlig überschnappt. Nur dann wird es fürs Leben abgehärtet und kein Weichei werden.

Mit vielen pädagogisch wertvollen Hilfesätzen, wie z.B.

»Ernsthaft? Das da auf dem Bild soll ein Elefant sein? Na, so sehen Elefanten aber nicht aus – warte mal: Papa malt dir einen richtigen Elefanten.«

»Wenn du mal was werden willst, müssen wir deinen IQ wohl noch ein wenig aufbessern.«

»Meine Musikalität hast du aber nicht geerbt.«

»Waas? Nur eine Zwei? In deinem Alter hat Schiller schon sein erstes Drama geschrieben!«

»Du hättest lieber Arzt werden sollen, dann hättest du wenigstens einen Status.«

8.8. Rainer Sachse: Histrioniker – Mit Dramatik, Manipulation und Egozentrik zum Erfolg (2018)
Der Histrioniker ist ein enger Verwandter des Narzissten und des Hysterikers. Er strebt nach Aufmerksamkeit, Bestätigung und Lob, ist übertrieben emotional, dabei oberflächlich und leicht zu frustrieren. Gleichzeitig übt er eine große Faszination auf andere aus. Was ein echter Histrioniker ist und wie Sie mit ihm umgehen sollten, das zeigt Ihnen dieses Buch.